Hood2Coast Europe - BrayvKraftKollektiv

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Hood2Coast Europe - BrayvKraftKollektiv

Text: Melvin Schneider, Jana Miksch
📸 @davidkaliga, NIKE
🎥 by
@samtempleton

Vom ersten Halbmarathon zum größten Relay Race in Europe - Melvin ist innerhalb weniger Wochen zum festen Bestandteil der KRAFT Runners geworden. Warum die Orga einen Tag vorher umgeworfen wurde und warum wir über eine Kooperation mit Google Maps nachdenken, könnt ihr hier lesen!

Alles fing ganz unspektakulär an, als Marco mir am 17 April auf die Mailbox gequatscht hat: „Ey Melvin wichtige Sache, hast du vom 28.-29.06 Zeit? Ich musst innerhalb einer Stunde bescheid wissen, es geht um ein Race irgendwo im Europa.“ Natürlich habe ich zugesagt und erstmal gegoogelt, was für Läufe in Europa an diesem Wochenende stattfinden. Natürlich habe ich nichts gefunden…

Der erste Hinweis lag Ende Mai in meinem Emailpostfach. Ich war beim ersten Hood2Coast Rennen in Europa dabei. Als Läufer kennt man den Staffellauf, der in Portland von einem Berg (Hood, Nike Headquarter) zur Pazifikküste (Coast) führt. Gemeinsam mit anderen Läufern der KRAFT Runners, der Berlin Braves und dem Wayv Run Kollektiv sollte ich in den Niederlanden meine Heimatstadt Berlin representen. Gemeinsam haben wir zwei Teams aus jeweils 8 Läufern und 2 Fahrern gebildet.

Fast forward, nach knapp acht Wochen gemeinsamen Trainings-Donnerstagen kam ein Tag vor dem Abflug die Schock-Nachricht: Wegen Hitze wurde das erste von drei Legs abgesagt! Vom südlichen Ende der Niederlande sollten wir nach Zandvoort laufen, für jeden der acht Läufer waren drei Abschnitte geplant. Während in Berlin über 40 Grad angesagt wurden, hielt sich das Wetter im Norden Europas allerdings in Grenzen. An der Kürzung des Rennen konnten wir aber dennoch nicht ändern, also saßen wir am 27. Juni gemeinsam im Flieger Richtung Amsterdam.

Das BrayvKraftKollektiv

Das BrayvKraftKollektiv


Gelandet sind wir schließlich irgendwo im nirgendwo im Center Parcs in Eemhof - den Nike komplett für alle Teams gemietet hat. Mit ner Menge gutem Essen und Bier haben wir den Abend ausklingen lassen.

Freitag ging es Europe Headquarter von Nike, wo das Send Off Event stattfand. Neben zwei Autos haben wir Stifte und Tapes bekommen um unsere Wagen ordentlich zu bemalen. Mein Beileid an den Mitarbeiter, der das ganze Tape wieder abziehen und durch die Waschanlage fahren musste.
Bei Pimp my Car hätten wir zwar nicht gewonnen, aber auf die Bühne duften wir mit unseren Autos dennoch. Dort warteten Paula Radcliffe (Marathon Rekordhalterin) und Mo Farah (Doppelsieger 5 und 10K in London und Rio)auf uns. Eine einmalige Erfahrung, diese zwei Athleten einmal Live zu sehen und von Ihren Erfahrungen zu lernen.


READY, SET, GO? NO!


Mit zwei Schüssen wurde das erste Hood2Coast Rennen in Europa gestartet. Doch statt voll motiviert loszulaufen, ging es für uns erst einmal in ein Restaurant am See. Irgendwie komisch die Leute heiß zu machen und dann nochmal mit Essen vollzustopfen. Aber zu Essen sagt man nicht nein. Um 16 Uhr fiel dann endlich der offizielle Startschuss in Eindhoven. Für uns sollte es um 20:30 auf die Strecke gehen, gemeinsam mit NBRO, Track Mafia und Patta Running. Der Sinn hinter den verschiedenen Startwellen war der, dass alle Teams ungefähr gleichzeitig im Ziel kommen sollten.
Eugen und Jessica waren unsere Startläufer. Eugen natürlich ganz Standard mit Insta Story vorne weggebottet. Auf dem Weg zu den Autos die erste schlechte Nachricht, Eugen hat sich verlaufen. Anschließend lief jeder mit Handy und teilte seinen Live-Standort.


Dann der nächste Hammer, die Organisatoren hatten kurzfristig die Strecke geändert. Joey und Marco, der als nächstes laufen sollte, warteten am falschen Wechselpunkt. Kurzerhand musste Marco nochmal 5 Kilometer raushauen um an Willi zu übergeben. Innerlich dachte ich nur: „Na toll, dass wird ja großartig“.
Doch der Wechsel mit den Autos hat prima geklappt und gegen 02:30 morgens war ich endlich an der Reihe. Wie sollte es anders sein, bin ich natürlich viel zu schnell losgelaufen und nach einem Kilometer kam der erste Wendekreis. Ich habe mit einer anderen Läuferin gesucht, doch nirgends hing ein Schild. Weder Links, noch rechts oder geradeaus war irgendein anderer Läufer zu sehen. Maps hat mir angezeigt nach links zu laufen, also bin ich nach links. Doch falsch gedacht. Auf habe ich hinter mir eine andere Läuferin gehört: „falsche Richtung! Hier ist ein Schild geradeaus.“

Doch für mich war an umdrehen nicht zu denken, also habe ich Stur meinem Handy gefolgt und traf nur noch einen anderen Läufer an, der sich wohl auch etwas verirrt hatte. Am Ende kam ich doch gut am Wechsel an mit einem Kilometer weniger auf der Uhr. War wohl Kompensation dafür, dass Marco länger laufen musste. Nachdem Julian, unser letzter Läufer, fertig war, übergaben wir an das andere Auto und fuhren zum nächsten Wechselpunkt, wo wir gegen 5:30 morgens kurz schlafen konnten. 

Da es im Auto nach Schweiß stank und extrem stickig war, sind wir ziemlich schnell wieder wach gewesen. Moritz hat kurzerhand gemerkt, dass er in weniger als 30 Minuten wieder loslaufen sollte und sprang auf. Der Junge kann einfach zu jeder Tageszeit geilballern!


Gegen 9:30 kam dann mein zweiter Lauf. 10 Km davon 9 geradeaus ohne Schatten in der prallen Sonne. Die Temperatur hatte sich so früh am Morgen schon auf ca. 25 Grad aufgeheizt. Und zu allem Übel stand da plötzlich eine Baustelle - natürlich ohne Schilder. Ich lief rechts vorbei, was natürlich falsch war, also drehte ich nach knapp 500m um und lief entnervt links an der Baustelle vorbei. Es war so warm, dass es ziemlich anstrengend wurde. Mit nur einer Stunde schlaf und kaum etwas zu Essen im Magen lief ich weiter. Zum Glück hielten auf der Strecke andere Teams, die Ihr Wasser verteilten. Geschafft habe ich es dennoch und klatschte Julian ab, der den letzten Part der Strecke lief. Er hat so viel Gas gegeben, dass er sogar vor dem Team-Auto im Ziel war Knapp 35 Minuten später kam das zweite Team mit Daniel als Schlussläufer ins Ziel.

Am Strand wurden uns die Medaillen und Finisher Shirts überreicht. Gratis Essen, Bier und Massagen durften natürlich auch nicht fehlen. Bei der Siegerehrung kam dann die Überraschung, Platz 3 und 4 bei den Mixed Teams gingen an uns, dem #BrayvKraftKollektiv. Damit hatte wohl keiner wirklich gerechnet. 

Fazit: Hammer geiles Event, das Laufen und die Community haben für mich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Allerdings hätte die Organisatoren die Strecke wenigstens einmal abfahren können um zu checken, ob die Beschilderung auch sichtbar und sinnvoll für alle Läufer angebracht ist.

Ein großes Danke auch an Niko, Eugen und Marco, für die Chance bei so einem Event dabei sein zu dürfen. Auf viele weitere gemeinsame Erinnerungen!

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Steffi Platt - My Way by NIKE

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Steffi Platt - My Way by NIKE

Text: Steffi Platt, Jana Miksch
Bilder: Nike

Vor der Kamera zu stehen ist für viele das Normalste der Welt.
Doch so einfach wie es sich anhört, ist es meist nicht.
Steffi Platt hat es geschafft souverän auf die andere Seite zu wechseln und mit nike running ihren Weg in einem motivierenden und inspirierenden Video festzuhalten.

Als schnellste Frau der KRAFT Runners sollte ich als Motivatorin auftreten und meine Leidenschaft für meinen Lieblingssport mit der Welt teilen. Gesagt getan, doch die größte Herausforderung stand mir noch bevor: Der Videodreh!

Die ersten Vorbereitung dafür begann bereits Mitte Januar mit einem Fragenkatalog, den ich beantworten sollte. Fragen wie:

Who are you

• What's your life passion

• What struggles do you have when running and how you overcome those, what/who helped

• Did you have any injuries and what happened, how you solved it

Anfang Februar stand endlich der Drehtermin fest. Das finale Telefonat mit der Produktionsleitung hatte ich bereits hinter mit und war voller Vorfreude. Doch diese wurde schnell getrübt, denn zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits seit einigen Wochen nicht mehr richtig laufen.
Ich wusste nicht woher die Schmerzen kamen und was es war, doch es war ziemlich schmerzhaft. Ohne sportliche Belastung konnte ich die Schmerzen zwar ausblenden, doch ich merkte, dass etwas an meinem Körper nicht in Ordnung war.

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Das Shooting stand vor der Tür und für mich bedeutete das einen ganzen Tag volle Aufmerksamkeit von allen Seiten. Eine ungewohnte Situation, da ich bei ähnlichen Projekten in der Regel eher hinter den Kulissen stehe.

Morgens ging es direkt in die Maske, anschließend schlüpfte ich ins Sportdress um kurze Zeit später den ersten Pfefferminztee bei Marco im Café KRAFT, der ersten Location, zu bestellen.
Ein Team von knapp 20 Leuten tummelte sich um mich und schenkte mir jede Menge Aufmerksamkeit, denn es sollte sich ja alles um mich und meine Geschichte als Teil der KRAFT Runners und meine Rolle als schnellste Läuferin drehen. Eine Läuferin, die mit den KRAFT Jungs mithalten kann.

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my way

Im Interview erzählte ich, wie alles begann, warum Schnelligkeit schon immer eine große Rolle in meinem Leben spielte und wie ich überhaupt zum Laufen kam.

Es waren viele Fragen, viele Erinnerungen, viele Augen und viele Farben, die den ersten Drehabschnitt begleiteten - aber es war ein toller Abschnitt!

Als die Interviews im CAFE KRAFT abgedreht waren, ging es nach draußen. Es war ein frische Wintertag, weshalb Decken und Wärmekissen meine größten Freunde in den wenigen Drehpausen waren.
Doch als Sportlerin ist man so einiges gewöhnt und Kälte ist da wohl noch das geringste Übel.

Meine gute Laune und die Freude über das gesamte Projekt wurden kurze Zeit später von Schmerzen überschattet. Die ersten Laufschritte fürs Video waren schmerzhaft, doch ich versuche alles zu geben um rund zu laufen. Doch es fühlt sich alles andere als schnell und rund an.
Ich dachte mir nur “Zähne zusammen beißen”.

Doch ich musste schnell realisieren, dass es so nicht ging. Also mussten wir kurzer Hand das Konzept ändern und den Fokus von der schnellen Läuferin auf eine verletzte Läuferin legen. Ich sprach vor der Kamera von darüber, dass Verletzungen zum Leben einer Sportlerin dazugehören. Es ist nichts, wofür man sich schämen sollte, ganz im Gegenteil, es ist etwas worüber man offen und ehrlich sprechen sollte!

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Vor der Kamera ging es für mich nur noch im Gehen weiter. Nach 10 Stunden Produktion war alles im Kasten. Viel Schnittfleisch, ein Haufen Bilder in den unterschiedlichsten Situationen, ein zufriedenes Team und eine durchgefrorene Steffi, die glücklich, voller neuer Eindrücke, aber auch Schmerzen nach Hause ging und voller Spannung auf das Ergebnis und den folgenden MRT Termin entgegenblickt hat.

Die Diagnose Ermüdungsbruch im Kreuzbein.

Der MRT Termin brachte die erschreckende Diagnose: Eine ältere plus frische Fraktur macht einen Ermüdungsbruch 3. Grades (von 4). Doch auch das gehört zum Läuferleben dazu. Man muss nach vorne blicken und dem Körper die Ruhe gönnen, nach der er sich sehnt. Das hieß in meinem Fall mindestens 3 Monate Pause. Am Ende waren es sogar fast 4 Monate um anschließend wieder ganz sanft einzusteigen.

Ich musste die alltägliche Bewegung auf ein Minimum reduzieren und dabei immer wieder in meinen Körper hineinhören. Mit dem Wiedereinstieg gehörten neben wöchentlichen Laufeinheiten, die ich suggestiv gesteigert habe auch Stabi-Training um die Rumpfmuskulatur aufzubauen.

Ich arbeite immer noch weiter fleißig an meinem Comeback und freue mich bald wieder durch Berlin zu ballern!

Eure Steffi

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Aperol ohne Spritz, ist wie Tschechien ohne Berge

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Aperol ohne Spritz, ist wie Tschechien ohne Berge

Text: David Kaliga, Jana Miksch
Bilder: Max Menning, David Kaliga


Tschechien war für mich bisher nur Prag, Knödel & Gulasch und Bier und das alles für sehr wenig Geld. Ich glaube der Vltava Run hat das aber definitiv für mich geändert. 

Was heißt dieses unaussprechliche Wort „Vltava“ eigentlich? Ganz einfach „Moldau“. Der Vltava Run führt nämlich die ganze Zeit an der, oder in der Nähe der Moldau statt.

Fangen wir von vorne an…
Als Lukas mich vor ein paar Wochen spontan gefragt hat ob ich nicht bei diesem Lauf für die KRAFT Runners mitlaufen will, war ich positiv überrascht, weil ich ganz und gar nicht damit gerechnet habe. Habe ich mich gut auf den Lauf gut vorbereitet? Ich sage mal so, zu 80 Prozent hab ich mich meistens für Pizza entschieden. Shame on me…

Und plötzlich war der Tag da. Doch was packt man für so ein Wetter eigentlich ein? Ich hab nur die Wettervorhersage gesehen und gedacht: „Mal ist man der Baum, mal ist man der Hund“. In unserem Fall war es eher der Baum...
Regen, Regen, Regen, Kälte und Regen. Also hab ich wirklich von ganz kurz, bis ganz lang alles an Laufklamotten eingepackt, was ich hatte. Viel, hilft ja bekanntlich viel.

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FREITAG

Um 7 Uhr ging es vom Berliner Hauptbahnhof nach Prag. Vorher noch gesundes Frühstück beim Restaurant „Zur goldenen Möwe“. In Fachkreisen auch McDonalds genannt. 

Müde und zusammen mit Magda, Steffi, Nadine, Carla, Lukas, Max und Niko haben wir auf der 4 Stündigen Zugfahrt den ganzen Wagon unterhalten. 

Ich habe natürlich auch ein zweites Frühstück für alle vorbereitet. Ich sorge mich doch um meine kleinen Küken. Also hab ich erstmal feinsten Aperol Spritz ausgepackt den wir dann auch auf der gesamten Fahrt so ziemlich geleert haben, so dass wir dann auch bei Ankunft in Prag um 12 Uhr leicht einen Sitzen hatten.

In Prag angekommen sind Lukas und ich die Mietwagen holen gegangen. Beste Abholung ever! "Hallo wir sind Lukas und David und würden gern die Mietwagen abholen“ - „Hallo, hier habt ihr die Schlüssel und das sind eure Autos.“ Der Vermieter, wollte rein gar nichts von uns sehen. Keinen Perso, keinen Führerschein, rein gar nichts. Da hätte Wohl auch ein 14 jähriger kleiner Junge mit dem Namen Julius-Peter Fin aus P-Berg kommen können und hätte das Auto bekommen.

Nach der Abholung haben wir uns dann erstmal feinstes Prager Gulasch mit Knödeln gegönnt. Prag ohne Essen ist wie Aperol ohne Spritz….oder so.

Danach ging es nochmal 3 Stunden auf die Autobahn, um Richtung Startort in den Böhmerwald zu fahren, zwischendurch haben wir noch eingekauft, um direkt vorbereitet zu sein für den Lauf.

Die Nachzügler Maren, Eugen, Pierre, Niklas und Umut sind Abends dann auch noch dazugestoßen, so dass wir dann noch einen Schnaps und Abendessen zusammen genießen konnten. 



SAMSTAG

Am nächsten Tag ging es los. Für 11 Uhr war unser Start angesetzt. Beim Vltava Run startet man immer Grüppchenweise. 4 Uhr morgens starten die ganz „langsamen Teams“ und die schnelleren dann immer später, damit sich im Ziel am nächsten Tag möglichst alle Teams auf einmal Treffen. 

Unser 12er Team wurde auf 2 Vans aufgeteilt. 

Van 1: David, Eugen, Maren, Carla, Lukas und Niklas

Van 2: Nadine, Umut, Max, Steffi, Pierre, Magda und Niko.

Zuerst laufen alle Läufer aus Van 1 hintereinander, danach aus Van 2 und das immer abwechselnd bis man im Ziel ist. Ein Leg pro Läufer ist immer so ca. 10km lang und am Ende läuft jeder so ca. 30-40km.

Job und dann ging es in the middle of the middle of nowhere los. Eugen die Rakete durfte den Kick-Off machen. Das Wetter war am Anfang sogar noch ganz okay, ist aber schnell Richtung, Wind und Regen umgeschlagen. Ein bisschen Abenteuer muss ja auch dabei sein.

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Nach einigen Snacks, Kaltgetränken und vielen abgespulten Kilometern, haben alle schnell gemerkt, dass dieser Lauf kein ganz einfacher wird. 

Der Vltava Run besteht aus vielen unschönen Steigungen und auch einer guten Mischung aus Asphalt und Trail. Was passiert aber mit Waldwegen wenn sie nass werden? Genau, da wird ganz schnell Matsch draus. Ein Spaß für groß und klein. Am Ende macht das gerutscht, diesen Lauf aber auch nicht einfacher, wir haben uns aber in jedem Fall durchgebissen.

Hab ich übrigens schon erwähnt, dass alle Regeln und Beschreibungen die es bei diesem Lauf gibt in feinstem Tschechisch waren? Nicht mal Evgeny (Eugen) konnte uns da helfen. Deshalb haben wir uns auch am Anfang ein wenig Sorgen gemacht, ob wir die Wege finden und sowas. Ich muss dem Veranstalter aber ein Lob aussprechen. Zu jeder Zeit, hat man alles trotz tschechisch, kinderleicht verstanden. Die Streckenbeschilderungen waren klar und man musste immer wo man Langlaufen muss, Bei Tag und bei Nacht. 

Apropos Nacht.
Irgendwann ist die Nacht hereingebrochen. Umut war einer der letzten der bei Tageslicht laufen durfte und er war auch der erste der ordentlich den Matsch küssen durfte. Im Ziel angekommen sah sein Unterleib aus wie…..naja als wenn er im Matsch hingefallen ist. So anstrengend dieses Leg für ihn war, umso lustiger war für alle sein Anblick als er es geschafft hat. Auch für ihn. 

In der Nacht ging bei vielen die Angst umher. Viele sind noch nie Nachts gelaufen, nur mit Stirnlampe, über Stock und Stein. Ich persönlich muss aber sagen, war GEIL! Hatte auch zuerst Zweifel, aber das war echt was besonderes und ging gefühlt auch schneller vorbei also sonst. Nur ich, die Lampe und die Nacht. Sooo gut. Kurz vor meinem Nachtleg musste ich übrigens von Niklas übernehmen. Ihr dürft raten, wie er im Ziel angekommen ist. Genau! Genauso wie Umut, wenn nicht sogar noch schlimmer. Schlamm soll ja schöne Haut machen.

Nachdem unser Team mit Van 1 durch war gegen 1 Uhr Nachts, mussten wir uns unbedingt aufs Ohr hauen. Irgendwann waren wir schon ziemlich durch vom Tag. Also haben wir uns eine der vielen geöffneten Turnhallen gesucht, unsere Schlafsäcke geschnappt und uns auf dem Turnhallenboden für 4 Stunden mit vielen anderen Läufen hingehauen. Hatte was von Naturkatastrophe und Evakuierung.


SONNTAG

Am nächsten Morgen ging es dann zum nächsten letzten Leg für uns alle. Die Beine waren nach zwei Legs schon ein wenig schwer und müde. Das ganze im Auto sitzen, fördert die Regeneration der Beine natürlich nicht, aber da muss man durch. 

Schneller als man denkt, ist man dann auch schon mit seinen Legs durch. Ich Mus wirklich sagen, ich habe die ganzen Steigungen unterschätzt, die haben mich förmlich gekillt, aber man wächst ja an seinen Herausforderungen.

Nur noch Van 1 war on the Road, es ist mittlerweile Sonntag Mittag. An jedem Wechselpunkt hat Team Kraft Runners trotz der Strapazen jedes mal ordentlich Stimmung für alle Läufer gemacht und die Menschen ein wenig entertained. Leider sind viele Laufevents ja doch relativ steif. Ich glaube wir, haben eine menge positiver Vibes dort reingebracht und den Leuten gezeigt, dass es auch anders geht. Was gibt es schöneres, als von 12 untalentierten Sängern Aerosmith mit Dont wanna miss a thing vorgesungen zu bekommen? Genau! Nichts!

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Und dann war der Vltava Run auch schon fast vorbei. Niko durfte als letztes ran. Extra für uns ist auch nochmal die Sonne ein wenig rausgekommen. Das Ziel Prag war nach 380km endlich erreicht, mit viel Lärm, Lächeln und guter Laune sind wir dann mit Rauchfakeln als 24. Platz ins Ziel eingelaufen. 

Es ging nie darum, zu gewinnen oder ähnliches. DAs war ein Lauf für die Community. Um Freundschaft zu feiern und eine gute Zeit zusammen zu haben. Nichts anderes. Egal ob der eine Schneller oder Langsamer war, jeder wurde immer gleich angefeuert und das zeichnet die Kraft Runners aus. Jeder ist willkommen. Es war so gut Max Menning offiziell seinen ersten Lauf machen zu sehen, Er hätte sich sicherlich etwas einfacheres aussuchen können für das erste Mal. Aber wir wissen ja auch dass das erste Mal auch mal wehtun kann. #UNREIF. Genauso haben sich aber auch eine Carla oder Nadine super geschlagen und durchgekämpft. Alles keine Hardcore Läufer möchte ich sagen, aber dennoch mit Spaß und Freude bei der Sache. JEDER hat eine super performance abgeliefert.

Im Ziel angekommen, waren wir alle erstmal froh endlich was warmes zu essen. Für 29 Stunden nur Banenen, Riegel und Chips zu futtern macht nicht glücklich. Vor allem wenn es die ganze Zeit auch noch so nass und kühl ist. 

Alles in allem kann ich persönlich den Vltava Run für alle Laufbegeisterten nur empfehlen. Ein sehr gut organisiertes Rennen, mit viel Abenteuer und wundervoller Natur. Ich glaube ich werde nochmal für einen kurzen Urlaub zurück in den Böhmerwald kommen. Das hat das Laufen so viel angenehmer gemacht. Vielleicht schaffe ich es ja auch nochmal bei guten Wetter mitzumachen, wenn es sich nicht anfühlt als wäre man im Mai noch im Winter. Könnte sicherlich auch eine gute Experience werden. 

Ich freue mich aufs nächste Mal.
Küsschen aufs Nüssche.
Bis Spätersilie.
San Frantschüsko,
Bis Baldrian.
Ciao Kakao. 

Der David

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Vltava Run

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Vltava Run

Text: Niklas Marten, Jana Miksch
Bilder: Max Menning, David Kaliga


About

Sehr viel zur Geschichte des Vltava Runs ist nicht bekannt, da der Autor dieses Textes kein tschechisch spricht und zudem relativ faul ist, belassen wir es dabei, dass es sich hier um ein traditionsreiches Team-Relay Race handelt, welches vor allen in Tschechien bekannt ist.
Die Startplätze für 300 Teams waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Wir waren eins von zwei internationalen Teams. Gestartet wird in einer Gruppe von 9-12 Personen, wer BOCK hat sich die Regeln einmal zu Gemüte zu führen, kann das gerne hier tun. Die Strecke beträgt 360 Kilometer, Start ist im schönen Zadov im Böhmerwald und Ziel in einem Golfclub am Rande von Prag. eigentlich immer entlang der Moldau.


Strecke

Wer sich die Strecke genauer anschauen will, kann das gerne hier tun. Mit Wimpel und Leuchtstäben war der Weg sogar für die Nacht markiert, so dass man nahezu keine Karte benötigt. Es gibt 36 feste Wechselpunkte, wo Freiwillige sitzen, die die Übergabe überwachen und es Möglichkeiten zum Parken und Klos gibt. Insgesamt ist das Rennen also einwandfrei organisiert, so dass ihr mit wenig Vorbereitung eine geile Zeit haben könnt.

Die Strecke führt durch Wälder, über Berge (Mittelgebirge), entlang von Flüssen und Seen. Also eine richtig schöne, abwechslungsreiche Strecke mit wenigen Straßenpassagen, die zudem sehr wenig befahren sind. Begleitfahrzeuge und Läufer haben nahezu immer unterschiedliche Strecken zum nächsten Wechselpunkt.


Stimmung

Die Stimmung kriegt eine 1 (sehr gut), weil wir unglaublich viel Spaß hatten, obwohl so gut wie keiner Englisch sprach und der gemeine Tscheche schnell Reißaus nahm, sobald sich herausstellte, dass wir nur Englisch sprechen. Das wichtigste ist, dass ihr “Pojd, pojd, pojd!” (gespr. pud, pud, pud) könnt, was soviel wie “Go, Go, Go!” heißt und für uns zum meistgebrauchten Begriff des Wochenendes wurde. Weiterer Stimmungsmacher war der sogenannnte “Tschechische Schlussspurt”, der von vielen Läufern praktiziert wurde. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass der aktive Läufer auf den letzten 200m zu einem wilden Schlusssprint ansetzt, während der folgende Läufer sich in aller Ruhe fertig macht und bei der Übergabe der Staffelstab fallen gelassen wird. BOCK konnte man auf jeden Fall niemandem absprechen.

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Organisation

Die Organisation verdient ebenfalls eine glatte 1 (sehr gut) mit Sternchen. Erstens dafür, eine Strecke von 360 Kilometern durchgängig für Tag und Nacht zu markieren und mit Streckenposten auszustatten. Zweitens für das Erarbeiten einer Route, die nicht ausschließlich öffentliche Verkehrsstraßen nutzt, sondern kreativ über viele Trails und Fußwege führt. Drittens gibt es ungefähr auf der Mitte der Strecke eine Turnhalle, die allen Teams zugänglich ist. Wenn ihr also mit zwei Autos unterwegs seid, kann ein Auto hier mal eine Pause für 3-4 Stunden einlegen, schlafen und “mittelmäßiges Gulasch” (Eugen Fink) futtern. Wechselt euch ein paar tschechische Kronen, denn auch an nahezu jeder Wechselstation verkaufen Helfer Kaffee, Würstchen und Brot.


Empfohlene Ausrüstung

Hier unsere Liste an Nahrungsmitteln, die ihr für die knapp eineinhalb Tage braucht. Einer der wichtigsten Dinge, die unbedingt zur Standardausstattung für ein gutes Race gehören, ist natürlich Bier!

Für die persönliche Ausstattung sind Laufschuhe mit gutem Profil, im Idealfall Trailschuhe, zu empfehlen, unbedingt zwei Paare mitnehmen, eins für Trailparts und eins für die Straßenparts. Ebenfalls ist eine starke Kopflampe für nachts zu empfehlen. Was passiert, wenn ihr mit Schuhen ohne Profil und einer Kopflampe mit einem Meter Leuchtradius lauft, seht ihr hier:

Klima

Wettertechnisch gab es alles, aber hauptsächlich Regen. Am Sonntagmorgen freute sich der Autor zusätzlich über eine starke Brise, die jedem Windfreund das Herz höher schlagen gelassen hätte. Stellt euch auf widrige Bedingungen und Konditionen, die damit einhergehen ein: dauerhaft nasse Klamotten, schlammige Wege und wenig Potenzial zum gepflegten Bräunen.

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Fazit

Wer an diesem Race teilnimmt, sollte sich überlegen, warum er Relay Races läuft. Relay Races sind in den letzten Jahren immer populärer geworden und gehören fest zur Kraft Runners Kultur. 2016 liefen wir mit 6 Leuten von Berlin nach Hamburg, 2 Wochen Organisation, keine besonders aufregende Strecke, schlechtes Wetter und ein paar verpixelte Fotos. Trotzdem jede Menge Spaß und eine Stimmung, die man nur kennt, wenn man einmal 2 Tage mit seinen Freunden in einem Auto, ohne Schlaf, aber dafür jeder Menge schwitziger Klamotten verbracht hat.

Seitdem ist diese Form des Team-Races ziemlich durch die Decke gegangen, was die Teilnehmerzahlen beim legendären TSP (The Speed Project), der Ragnar Relay oder dem Hood to Coast Race zeigen. Nahezu jedes Team wird mittlerweile von einem Kamerateam + Photograph (uns eingeschlossen) begleitet und viele Runner träumen davon einmal an einem solchen Wettkampf teilzunehmen. Was mir bei dieser Jagd nach “instagramable” (Zitat unbekannt) Moments manchmal verloren geht ist das ungeplante, wilde, schmutzige, was einen dazu zwingt sich selber zu überwinden und gemeinsam mit seinem Team mit BOCK und Herz eine Herausforderung zu bezwingen.  Der Vlatava Run hat mich daran erinnert, was das Wichtige an einem Relay-Race ist, weil Instagram und Selbstdarstellung durch die äußeren Bedingungen von Vornherein zweitrangig waren. Der Vlatava Run ist für alle, die sich selbst herausfordern und mit Freunden an Ihre Grenzen gehen wollen, ehrlich and roh. Wir kommen wieder, nächstes mal TOP10!

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BREAK FREE

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BREAK FREE

Text: Noah Eubanks
Bilder: Max Menning |  Noah Eubanks
Video:
Youtube

If this post were a film, it would open up to me running through a field of wheat prancing like a ballerina to the song "I Want to Break Free" by Queen. But since I am not a cinematic genius, I will just paint the mental picture for you.

Cue slow scan from head to toe, I am wearing sunglasses (because the sun is a-blazin’), my red speedo (because that's what people wear when they are prancing in a field of wheat), and the new Nike Free RN Flyknit 3.0. It’s a dream come true, I know.

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Cue slow scan from head to toe, I am wearing sunglasses (because the sun is a-blazin’), my red speedo (because that's what people wear when they are prancing in a field of wheat), and the new Nike Free RN Flyknit 3.0. It’s a dream come true, I know.

For those of you who know me or have run with me on Kraft Tuesday, you know that my favorite shoe is the Nike Free. Everyone calls me crazy for running everything from 100m sprints to my long runs (through beautiful, golden fields of wheat) in my Frees. And the newest version has just been released!

Technically, from this point on I should have to write "Advertisement" because I am mentioning a shoe, but to be honest, I have been waiting 2 years for the next generation Free to come out. And if I knew that Nike was going to make us wait so long, I would have bought more so that I wouldn’t have run nearly 1000 km in one pair of shoes! But I didn't, so here I am, extremely excited for this new shoe. It even comes with it’s own training manual! Aside from my excitement I can share some helpful tips and reasons for training with you as well. 

As your friendly neighborhood running coach, I figured it might be reasonable for me to share my top reasons for training with the Free, and why I compete in a different shoe.

TRAINING SUGGESTIONS

1) Change up your shoes. 

I don't know about you, but I do not like wearing clothing and I sure as hell don’t like bulky shoes. One reason is because my feet sweat and start stinking very quickly. The second reason being that as a kid, I would go to camp nearly every summer and spend 3 months wandering the forest barefoot. I believe that the constant engagement of my foot muscles is one of the main reasons for my athletic success, which is why I love the Free. This feeling of being in contact with the ground and being able to feel the different surfaces underneath my feet, while protecting me from broken glass, nails, needles and whatever else the streets of Berlin offer as a method of giving me Tetanus or Hepatitis, is priceless. 

I do have to say, that I do not compete in the Free. For competitions, I run in the Vaporfly 4% Flyknit. A.K.A. The Race Rocket, and it truly is a rocket because of how much energy it gives back to you. I honestly feel like I can’t stop running and that I am constantly going faster without having to try harder. 

That said, I would NEVER train in my 4% Race Rockets exactly for that reason—unless I am doing a competition trial run. In that case, it is good to give your racing shoe a pre-run before you race. The energy return makes it feel like I am flying because you spend so little time on the ground. For me, in order to train well it is important for me to feel my runs as well. To run, to listen, and to feel how my foot comes into contact with the ground.

2) Foot to ground relationship

Running is not just a torturous experience for me because I actually enjoy the feeling of my lungs burning, my muscles aching and that feeling like your legs are going to give out during a Mile-Repeats session in the KRAFT.Kiez. On top of that, the feedback I get from hearing the rhythm of my feet on the ground helps me enjoy my runner's high even more. I like running over the different surfaces of the city, whether it be pavement, bricks, rocks, sand, grass, and actually feeling what is underneath me. This engages all 52 of my foot muscles the same as when I was a kid in the forest and makes me a better runner with less risk of injury. 

3) Don’t be a hero

The Nike Free RN 5.0 and 3.0 are great shoes, but if you are just getting started running, or you have been running for ever, or you are somewhere in between the two and have not been training barefoot regularly it is extremely important to follow the plan. Your foot and your Achilles tendon are amazing machines, but they need time to get used to the change. So do it right. Take your time with the change and allow your body to enjoy this gift that we finally get to enjoy again. If you have questions about how to make the change easier/more fun or want to know the scientific reasons behind all of the points I have made. Send me a message! I will gladly NERD out with you!


Happy Hump day!
(I wrote this on a Wednesday, you know…)

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Paul Schmidt - Titelverteidigung beim Barbados Marathon

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Paul Schmidt - Titelverteidigung beim Barbados Marathon

Text: Paul Schmidt-Hellinger, Jana Miksch
Bilder & Video: Paul Schmidt-Hellinger


Wer den europäischen Winter nicht mag, kann sich als Trainingsmotivation ein wohltemperiertes Wettkampfziel suchen. Anfang Dezember bieten sich vor allem die Tropen und Subtropen an, da diese zu der Zeit "kühl" und halbwegs wetterstabil sind.

Bereits 2017 habe ich mir den Barbados Marathon herausgesucht und konnte ihn überraschenderweise in 2:36 h gewinnen. Bei bis zu 34°C und einer Startzeit um 5 Uhr morgens war ich damit sehr zufrieden. Ganz nebenbei konnten wir einen schönen Karibikurlaub damit verbinden.
2017 lag die Anreise vier Tage vor dem eigentlichen Wettkampf und der Urlaub im Anschluss - eher suboptimal, wie wir im Nachhinein festgestellt haben, da man mit einigen Tagen Hitzeanpassung rechnen muss und nach dem Marathon von Blasen und Muskelkater geplagt ist - eher ungünstig für eine so erlebnisreiche Insel.


2018 sind wir bereits acht Tage vorher mit dem Condor Direktflieger aus Frankfurt am Main angereist.

Durch meine Arbeit als Verbandsarzt im DLV während der "Hitze-EM" in Berlin und in Vorbereitung auf die WM in Doha sowie die Olympischen Spiele in Tokio habe ich mich dieses Jahr wissenschaftlich deutlich mehr mit dem Thema Sport und Hitze beschäftigt. Meine Erkenntnisse der wissenschaftlichen Recherche konnte ich in Deutschland schon bei einigen Vorträgen in unserer Ringvorlesung der Charité Sportmedizin, vor den leitenden Bundestrainern und Verbandsärzten/Physiotherapeuten des DLV und einem Sportärztekongress zum Besten geben. Doch nun wollte ich einige theoretische Ansätze auch in der Praxis testen, denn aus der Sicht des Athleten sieht es doch manchmal etwas anders aus.


Erster Wettkampf für meine Frau

Da ich mit meinem Sieg 2017 eine Einladung nach Barbados zur Titelverteidigung bekam, entstand Mitte des Jahres, während meiner eigenen Verletzungsphase (Schambeinfugenentzündung), bei meiner Frau der Wunsch, sich ebenfalls für einen Wettkampf anzumelden. Als Sportmediziner würde ich ihr eigentlich einen 5-10 km Lauf in gemäßigten Gefilden empfehlen. Bei uns läuft so eine Entscheidungsfindung dann aber doch immer etwas aktionistischer ab.
Wenn ich, im Sommer nicht mal schmerzfrei gehend, einen Marathon im Dezember plane, dann will sie auch in der Hitze rennen. So können wir vielleicht gemeinsam an der Startlinie stehen. Also wurde der Barbados Halbmarathon als Laufziel auserkoren. Meine Frau wollte lieber nach Plan trainieren, also musste ich erst ein Buch schreiben, damit sie nach meinem Trainingsplan trainieren konnte. Zum Glück hatte ich im Juni zusammen mit Foodspring und den Kraftrunners einen Runner`s Guide mit 12 Wochen Halbmarathonplan publiziert.

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Barbados im Dezember

Nach dem Nationalfeiertag des Karibikstaates am 30. November kehrt auch hier Weihnachtsstimmung ein. Viele Kreisverkehre (auf Barbados herrscht, wie in den meisten ehemaligen britischen Kolonien, Linksverkehr) und Häuser sind mit entsprechenden Motiven und Lichterketten geschmückt. Nur wirkt das Ganze bei 25-30°C eher etwas surreal. Mit 70-80% Luftfeuchte fühlen sich diese Temperaturen auch zunächst sehr drückend an.
2018 kam ich mit beginnender Erkältung aus dem kalten Europa an. Normalerweise bekomme ich das nur mit häufigem Inhalieren und Nasenduschen überstanden. Durch die schön feuchte Luft und der großen Nasendusche namens Golf von Mexiko, war der auf die Halsschmerzen folgende Schnupfen aber kein Problem.


Wenn es auf der Insel regnet, dann eher nur ein bis zwei Stunden und angezeigte Regentage in der Smartphone App enden meistens mit einem sonnigen Nachmittag am Strand.
Neben zahlreichen zum Baden und Schnorcheln einladenden Stränden an der Ostküste, wo auch wir unser Haus direkt am Strand gemietet haben, bietet die Insel mit der eher schroffen Westküste eine gute Abwechslung zum Pauschaltourismus. An unseren ersten Tagen auf der Insel haben wir diese entsprechend mit der Drohne erkundet.

Steilküste an der Animal Flower Cave

An der Nordostspitze von Barbados befindet sich eine vom Land aus zugängliche zur Steilküste halb offene Höhle. Diese ist bei relativ "ruhiger" See für Touristen begehbar und lädt an einer Stelle mit einem bis 3m tiefen, teils von Wellen gespeistem Becken zum ganz besonderen Baden ein. Darüber befindet sich die eindrucksvolle Steilküste, welche ich für ein Promotionvideo für das Laufen und einen meiner Ausrüster Saysky genutzt habe. 

Harrisons Point Lighthouse

An der Nordwestseite befindet sich ein alter verlassener Leuchtturm, der über einen Feldweg mit dem Auto erreichbar ist. Nicht nur von unten ist er ein schönes Fotomotiv, wer sich traut, kann auch die alte Wendeltreppe hinauflaufen und hat einen guten Blick auf die Umgebung. Ob das erlaubt ist, weiß ich jedoch leider nicht. :)

Gut zum Trainieren: Usain Bolt Track 

Nur drei km von unserem Haus entfernt und auf Höhe von Kilometer 7 des Barbados-Marathon-Kurses befindet sich ein Stadion mit Tartanbahn ohne Zäune. Vom Sicherheitspersonal der University of the West Indies wurden wir beim Trainieren zumindest nicht verjagt, sodass auch hier ein schönes Video entstanden ist. 

Schnorcheln um die Wracks in der Carlise Bay 

Direkt auf Höhe des Marathonstarts kann man entspannt an der Esplanade parken und auf dem Wasser mehrere Bojen sehen. Darunter liegen auf einem relativ kleinen Gebiet ca. 200m vom Strand entfernt insgesamt sechs Wracks, die teilweise seit dem frühen 20. Jahrhundert dort liegen. Mittlerweile sind sie von Korralen umwuchert und bieten einen wunderbaren Anblick beim Schnorcheln. Manchmal trifft man auch auf Schildkröten. 

Bottom Bay

Weiter südlich vom Flughafen gelegen kann man einige Strände finden, die aber aufgrund der schroffen Wellen mehr zum Verweilen denn zum Schwimmen einladen. Einer davon ist beispielsweise Bottom Bay, wo wir unsere Drohne auch starten lassen konnten. 

Sandy Lane Old Nine Golf Course - der perfekte Ort für Hitzeanpassungsläufe

An unserem Hausstrand Sandy Lane gelegen befindet sich auch eine Golfanlage, die eingebunden in viele Privatgrundstücke ist. Dadurch ist das Gebiet relativ öffentlich und sehr verkehrsberuhigt. Zum Laufen läd dieses Gebiet damit besonders ein. Hier habe ich auch einen Großteil meiner Hitzeanpassungsläufe gemacht. Um optimal an ein Hitzerennen angepasst zu sein, sollte man seinen Körper unter Belastung in 7 Tagen mindestens 5 x 40-60 min auf "Betriebstemperatur" bekommen. Im Detail bedeutet das eine Körperkerntemperatur von über 39°C aber unter 40°C. Man erkennt dies an der wahrgenommenen Hitze und Herzfrequenzen von mehr als 10-15 bpm über normal bei normalen Dauerläufen. Da es in unserer Ankunftswoche etwas kühler war (26-28°C), nutzte ich die windarme Mittagshitze, um mich besser anzupassen. In der Taperingwoche vor dem Marathon sollen die Beine ja nicht müde gemacht werden. So habe ich möglichst viel Hitze bei möglichst geringer muskulärer Belastung für die Anpassung gewählt. Das Prinzip des Hitzetrainings bringt dabei nicht nur in Vorbereitung auf so einen Wettkampf etwas, sondern kann auch bei Verletzungen angewandt werden, um die orthopädische Trainingsbelastung gering, aber die internistische hoch zu halten. 

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Hitzetraining zur Mittagszeit auf dem windarmen Golfkurs



Stand Up Paddeling

Für Gleichgewicht, Propriozeption aber auch für die Seele packen wir möglichst oft für unsere Reisen ein aufblasbares SUP in unser Reisegepäck. So hat man als Schwimmer eine gut sichtbare Begleitung, die kein Triathlon- oder Open Water Swim Profi für die Begleitung sein muss. Außerdem macht es auch selbst sehr viel Spaß, es zum Paddeln oder sogar für Yoga zu benutzen. Wenn man es täglich nutzt, ist das auf jeden Fall eine Investition wert, die bei kleinen SUPs sogar ins normale Aufgabengepäck passt. 

Run Barbados Weekend 

Marathonstart 5 Uhr morgens…

Seit 35 Jahren wird Anfang Dezember der Barbados Marathon veranstaltet. Wer mehrere Wettkämpfe laufen möchte, hat die Auswahl aus einer Fun-Meile Freitagabend, 5 und 10 km am Samstagnachmittag sowie Halbmarathon und Marathon am Sonntagmorgen. Für mich stand seit letztem Jahr die Verteidigung der Königsdisziplin fest - dem Marathon. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Überlegungen auch den 10er am Samstagabend zu laufen. Doch bei 11 Stunden Abstand zum Marathonstart habe ich diese Gedanken schnell wieder verworfen. 

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Pre-Cooling und
Per-Cooling

Obwohl zum Startzeitpunkt 5 Uhr beim Marathon “nur” 24-26°C angesagt waren, wollte ich dieses Jahr neben einer 7-tägigen Hitzeanpassung auch meine Pre- und Per-Cooling Maßnahmen verbessern. Ab 20°C lohnen sich diese Maßnahmen, da man beim Marathon weniger Energie für das Schwitzen aufbringen muss und bei höheren Temperaturen auch der Hitzeerschöpfung entgeht.

Mit der Firma E-cooline konnte der DLV sowie der DOSB schon für die EM in Berlin sowie die Olympischen Spiele in Rio gute Erfahrungen sammeln. Trotzdem fällt es Athleten oft schwer, zusätzliches Gewicht bei einem Rennen zu tragen sowie die Haut mit schwarzen, schweren Stoff zu bedecken.


Zum Test unter praktischen Bedingungen durfte ich die Kühlkleidung kostenlos nutzen. Mit dem Prinzip der Oberflächenvergrößerung einer 3-D-Stoffarchitektur können beispielsweise die Unterarmkühler jeweils 0,25l Wasser aufnehmen und damit sehr viel Verdunstungskälte produzieren, mehr als man selbst mit Schweiß an der Stelle produzieren kann. Dies funktioniert natürlich umso besser, je geringer der Dampfdruck, also die Luftfeuchte ist (das ist der Grund, weshalb das viele Schwitzen in der Dampfsauna kaum Kühlung erzeugt). Auf Barbados waren die Bedingungen mit eher hoher Luftfeuchte deshalb eher ungünstig. Bei den Testläufen auf dem Golfkurs habe ich festgestellt, dass Weste und Mütze ohne Sonne mehr Konvektionswärmeablass (durch Wind) verhindern, als sie durch Verdunstung kühlen. Die Armwärmer funktionierten dafür erstaunlicherweise super und gaben mir ein angenehm kühles Gefühl, dass sogar das Blut beim Durchfließen der Arme etwas herunterkühlen kann.

Der Kühlplan für den Marathon war gesetzt: Anfahrt im klimatisierten Auto mit vorbereiteter Kühlkleidung aus dem Eisschrank (fast gefroren) in der Kühltasche. Vor dem Rennen kaum Erwärmung (bei einem Anfangstempo von 3:30 min/km besteht bei mir keine Muskelfaserrissgefahr). Nur ein paar pylometrische Sprünge für die Sehnensteifigkeit habe ich meinem Körper erlaubt.

Die 30 min zwischen Auto und Startschuss war ich nun fast komplett mit halb gefrorener Kühlweste und eiskalter Kühlmütze bedeckt. Diese kühlten sehr gut und ließen die kurze Erwärmung nicht schweißtreibend werden. Damit war sogar ein kleiner Puffer undd Körperkühlung vorhanden, sodass sich die ersten 3 km nicht wie letztes Jahr wie eine Hitzewand anfühlten.
Kurz vor dem Start kamen Weste und Mütze ab und dafür die eiskalten Unterarmkühler ran. Diese sorgten tatsächlich das ganze Rennen für angenehme Armkühle. Außerdem habe ich versucht, sie immer wieder mit Wasser an den Getränkestationen aufzuladen. Man hat sozusagen hochtechnologisierte angepasste Schwämme beim Rennen am Körper (die Schwämme sind euch vielleicht auch bekannt aus dem Thiatlon, dort werden sie als "Schulterposter" verwendet). 

Das Rennen

Im Gegensatz zu 2017, war dieses Jahr die Konkurrenz überschaubar. Ich hatte jedoch mehr Respekt vor der Strecke und den Bedingungen an sich, als vor den anderen Läufern. Mit nur 6 Wochen Lauftraining und maximal 115 km eher aber 80-90 km in der Vorbereitung rechnete ich mir nicht die optimale Fitness aus. An langen Läufen hatte ich 1 x 33 km und 3 x 25-28 km absolviert. Aber ich hoffte auf die Erinnerungsfähigkeit meines Körpers. Und wie es bei einem Wettkampf dann immer so ist, ging ich dann irgendwie doch meinen gewohnten Stiefel an, als um 5 Uhr morgens der Startschuss fiel. Das heißt Wettkampfwohlfühltempo ohne auf die Uhr zu schauen.
Nach 1km zeigte die Uhr 3:24 min an. Durch meinen Nike Vaporfly Elite und die gute Hitzeanpassung fühlte ich mich jedoch bei 25°C und 80% Luftfeuchte in der Dunkelheit wohl. 4 vermeintliche Halbmarathonläufer überholten mich. Ob es wirklich alles Halbmarathonies sind würde ich jedoch erst nach der Halbmarathonwende sehen. Ich versuchte mich innerlich herabzudrosseln, aber mit ca. 3:26 - 3:28 min für die nächsten Kilometer klappte das nur mäßig. Eine andere Stimme in mir sagte, dass ich mit jeder Minute weniger in der Sonne ab 6:45 Uhr weiter von der Hitzeerschöpfung entfernt sei. Also versuchte ich weiter zu rollen und mir bei jeder Getränkestation (alle 2-3km) Wasser überzukippen und auch etwas zu schlucken, um es mit meinen in der Hose steckenden Gels zu vermischen.

“34:19 min für 10 km und 73 min für den Halbmarathon sprachen für sich.”

Zu Beginn der ersten Runde kamen dann auch 2 Emotionsschübe. Erstens hing meine persönliche Getränkeflasche noch im Bereich der Zielverpflegungsstations, sodass ich diese schnappen konnte, daraus trinken und die daran getapten Gels wieder einpacken konnte. Zweitens lag ich in Führung! Erst nach 3 Minuten kam mir der nächste Läufer entgegen. Das Ziel “Sieg” ist im Kopf dann ganz klar oben gelistet. Aber dafür muss man erst einmal ankommen. Das Ego lässt aber kaum eine Tempodrosselung zu. Dies bedeutet auch immer einen Rhythmuswechsel und lässt sich nicht einfach so umsetzten, wenn man noch genügend Kräfte hat. Als mir dann auch noch mein Freund Enno und später meine Frau Karoline auf ihren "Zielgeraden" entgegen kamen, sprudelten die Emotionen über.

Bei meiner Frau sogar mehr als bei meinem eigenen Zieleinlauf, da es ihr erster Wettkampf war und ich nicht wusste, wie sie mit der Hitze klarkommen würde. Aber sie lächelte mich 6km vor dem Ziel strahlend an. Wir gaben uns ein High-Five und ich musste beim Laufen weinen. Für mich standen auf der zweiten Runde der Halbmarathon-Wendepunktstrecke noch 15km an. Es wurde langsam warm. Den Autobahnberg zum Cave Hill hinauf nahm ich diesmal wirklich bewusst langsam. Mit 3:42 min auf diesem Kilometer nur ein mäßiger Erfolg. Eines von vier Gels habe ich beim Laufen leider verloren, sodass ich mir eine komplette Flasche des angebotenen Isogetränks schnappen musste und als Verpflegung genutzt habe. Zum Kühlen gab es weiter, teilweise sogar mit Stehenbleiben, 3-4 Becher Wasser über Kopf und die Armkühler.
Nur die Schuhe sollten einigermaßen trocken bleiben, da ich mir keine Blasen laufen wollte. Aber auch hier hatte ich dieses Jahr Vorbereitungen getroffen. Mit Papiertape habe ich meine Prädilektionsstellen für Blasen an den Füßen vorher abgetapet. Laut einer wissenschaftlichen Studie ist das die beste Vorsorge.

Bis Kilometer 32 fühlte ich mich sehr gut: Keine Überhitzung, keine Blasen, keine Magenproblem, kein Energiemangel. So konnte ich mit etwas Sicherheit die 10,5 km lange  "Zielgerade" angehen. Doch die Sonne brachte Hitze, viel Hitze. Ab Kilometer 36 an der gleißenden, gesperrten Küstenautobahn entlang, hangelte ich mich getrieben von Kamerafahrzeug, riesigen Muskiktruck und den jubelnden entgegenkommenden Marathonies von Getränkestelle zu Getränkestelle. An den letzten beiden Verpflegungspunkten musste ich stehen bleiben und mir je sechs Becher Wasser überschütten. Nur das half gegen Überhitzung. Im Gegensatz zu 2017 konnte ich meine Durchschnittspace in der Hitze jedoch unter 4:00 min/km halten. Ich brauchte aber für den Endspurt und die letzten 800m vor dem Ziel noch einmal richtig Kühlung. Entlang der Esplanande konnte ich den Zieleinlauf in vollen Zügen genießen und erneut meinen Marathontitel verteidigen.

Glücklich im Ziel!

Glücklich im Ziel!

2:30:59h standen am Ende auf der Uhr. Karo und Enno kamen mir jubelnd entgegen. Mit 2:06h hatte Karo erst ab Kilometer 17 etwas kämpfen müssen und ihre Erwartungen deutlich übertroffen. Enno kam mit 1:32h fast an seine Halbmarathonbestzeit heran. Bei Beiden hat die Hitzeanpassung also auch gut geklappt. Einige Interviews und Fotosessions später spürte ich meine Muskeln bei der After-Race Massage jedoch deutlich. Ein Tribut an die wenigen Trainingskilometer. Auch jetzt beim Schreiben spüre ich den Muskelkater in den Oberschenkelvorderseiten noch deutlich. Ich bin die Autobahn doch zu schnell hinabgerannt. :-)

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KRAFT.Games: #geilballern bis das Ordnungsamt kommt

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KRAFT.Games: #geilballern bis das Ordnungsamt kommt

Text: Niklas Marten, Jana Miksch
Bilder: Max Menning
Video: Merlin Seifert

Es ist 10 Uhr, die letzten Vorbereitungen für die ersten KRAFT Games sind im vollen Gange, während bereits die ersten Teilnehmer eintrudeln. Nach Wochen der Hitze ist der Himmel am Morgen des 11. Augusts 2018 wolkenbehangen, von Zeit zu Zeit fallen ein paar Tropfen und es weht ein kühler Wind. Trap Beats schallen aus den riesigen Teufel-Boxen und hallen von den Plattenbauten wider, die das ABC Zentrum umgeben. Ich male ein KRAFT Zeichen  vor den Eingang des Sportplatzes, als ein aufgebrachter älterer Herr an mir vorbeistapft und mich mit leicht irrem Blick anraunzt, wer so einen “Scheiß” auf die Straße male. Ich verstehe die Frage nicht, da ich offensichtlich die Person bin, die so einen Scheiß auf die Straße malt, doch bevor ich etwas erwidern kann, ist der Mann bereits an mir vorbeigerauscht und auf direktem Wege zu unserem Gast-Artist Matuê aus Brasilien, der gerade seinen Sound Check macht. Was das für ein Lärm sei, fragt der Herr, alle würden aus ihren Betten fallen und dann folgen einige andere Aussagen, die wir lieber schnell vergessen. Quintessenz: wenn bis 15 Uhr nicht Ruhe ist, dann kommt das Ordnungsamt und am Montag, ach nein, Dienstag ein Artikel im Berliner Kurier wegen der Randale, die wir veranstalten.


Was für ein Start für die ersten offiziellen KRAFT Games… .

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Die Grundidee der KRAFT.Games hatte weniger mit Randale als vielmehr damit zu tun, die allseits bekannten Bundesjugendspiele wieder aufleben zu lassen. Für alle, die es nicht kennen: ein ewig langer Tag auf dem Sportplatz mit Sprint, Weitsprung und -wurf, an dessen Ende jemand heult, weil er keine Ehrenurkunde bekommen hat. Aber weil wir KRAFT Runners sind, ist unser Anspruch das Ganze in ein cooles Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer zu verwandeln. Also haben wir unsere klassische Kraft-Meile und ein HIT Workout in bester CrossFit Manier dazu genommen, sowie Weitwurf durch Kugelstoßen ersetzt.

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Nachdem das Bier auf der Bahn von unserem letzten Event gerade getrocknet war, hatten unsere Freunde vom ABC-Zentrum schon wieder BOCK das nächste Event mit uns zu rocken. Und so fanden sich am Samstagmorgen fast 100 Kraft Runner nach Mitte u.a. auch befreundete Crews wie Red Snakes Milano und Running Junkies aus Amsterdam, um ein buntes Bundesjugendspiel-Revival zu feiern. Los ging das patentierte Muskelkaterprogramm mit  einem 200m Sprint, wo durch die ein oder andere Zerrung schon mal aussortiert wurde.

Als der Großteil noch Tot auf dem Kunstrasen lag, hatte Coach Noah keine Gnade und peitschte die Teilnehmer weiter zum Mini-Murph. Der Crossfit-Kenner weiß, dass dieses Workout zu den härtesten zählt, die es in diesem Sport gibt, wir haben ihn etwas angepasst: 10 Burpees, 20 Liegestütz (Sit-Ups für die Ladies), 30 Squats, 100m Sprint, das ganze 2mal. In Strömen laufender Schweiß, schmerzverzerrte Gesichter und vereinzelte Schreie der Verzweiflung waren zu vernehmen, doch was für eine Freude als dieser Teil absolviert war. Wir hatten uns eine Pause verdient.

Und was darf bei einem guten KRAFT Community Event nicht fehlen? Ein buntes Rahmenprogramm aus Musik, Kultur und feinstem Streetfood natürlich. So hatten wir unsere Freunde DJ Kjell, Baris, Kim She und MRJAH, sowie als Highlight den brasilianischen Newcomer Matuê! Und so kamen sogar einige Fans extra vorbei, um ihren Star bei seinem ersten Auftritt außerhalb der Heimat zu feiern. Feinste Tape-Art, die zum Abschluss für den guten Zweck versteigert wurde, kam von unserem Spandauer Resident MR GALLE. Für bestes Banana Bread sorgte mal wieder das Cafe Kraft sowie Burger von Bunsmobile selbst gemachtes Eis von Paletas, sowie gegen die Hitze kühle Drinks von Vitaminwell und foodspring. Die Pause war mehr als sinnvoll genutzt.

Jetzt ging es an’s Kugelstoßen und Weitspringen. In zwei verschiedenen Sandgruben natürlich. Viele konnten Ihre Skills aus der Schule nochmal rausholen und einige sogar weit darüber hinaus, wie unser “Beginner gegen Gewinner”-Star Marco Prüfer, der mal eben einen der weitesten Sprünge raushaute. Es folgte der krönende Abschluss mit der Königsdisziplin: der Meile. Ungefähr nach Leistungsniveau wurden die Gruppen eingeteilt und dann bei mittlerweile praller Sonne geballert, was die müden Beine noch halten konnten. Wer nicht am Rauch der Bengalo-Fackeln erstickte, lag anschließend nur noch erschöpft auf der Bahn. Wer spätestens jetzt noch keinen Muskelkater oder Krampf hatte, hatte nicht alle Disziplinen mitgemacht.

Am Horizont geht die Sonne langsam unter, die Schatten werden länger und der Himmel färbt sich leicht rot. Glückliche Gesichter jubeln vom Siegertreppchen, Freude über den neuen Nike Turbo, Beats-Kopfhörer und das foodspring Runner’s Paket. Vor dem Podest müde, glückliche Gesichter, die letzten Hamburger verschwinden in den hungrigen Bäuchen, das kühle Bier hilft gegen den Durst. Viele helfen abzubauen, einige sind schon los, zum vorletzten Tag der EM ins Olympiastadion. Es ist 19 Uhr. Das Ordnungsamt ist nicht vorbeigekommen, ebensowenig sollte am Dienstag ein Artikel im Berliner Kurier erscheinen. Die Games waren ein voller Erfolg und wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt Running meets CrossFit meets Festival, Randale mit den KRAFT Runners oder einfach: KRAFT Games. Bis nächstes Jahr, ciao!

Sämtliche Fotos der KRAFT Games könnt ihr hier mit dem Passwort @maxmenning einsehen und ausschließlich zur privaten und nicht kommerziellen Nutzung unter der Nennung von Fotograf Max Menning (Instagram: @maxmenning) verwenden.

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

Parental advisory:  this context might contain strong language. 

Text: Niklas Marten, Jana Miksch
Bilder: Max Menning

So how is the TSP Race? I’ll tell you how it is. We go to bed at 12PM because we had to buy food and shit and tape this RV with 1000.000.000 (no joke!) roles of tape. Best part is that our alarm goes at 2:30AM because sleep is overrated. So we get up at 2AM all super excited and pumped (NOT you’re just tired and wanna go back to bed). But our Bro’s Marco and Björn bring the RV at 3AM and we’ve to load in tons of food and luggage and 18 people and everybody’s ALREADY tired and Max Menning looks like a robot because he has GoPro’s on all of his body parts and films already like a motherfucker and yeah…that’s basically how everything starts. No glamour, just Kraft Runners on the edge.

Then the best part comes, somehow everybody and everything fits in the RV and the two support cars and everybody starts to get happy but then there’s the house key missing so the mood declines immediately because the key is not at Max’s top secret spot in the plant pot with the three scratches (burglars, please ignore this sentence) but then Lukas finds the key in the mailbox and everybody can calm the FUCK DOWN and sit in the RV and SHUT THE FUCK UP and we’re driving to the start in Santa Monica and the closer we get and the more RV’s, runners and photographers we see the  more excited we get, we start to think about our first leg: “Can I run as fast as I would like? Will I find the way and not get crushed by a car? Where is the fucking Gatorade???” We meet many of our BTG friends and Crews from last year, some run again, some had the wisdom to find another role this year.

Then everything goes really fast, just a few minutes until the start: “where is Lucas???”-“He’s there CALM DOWN”-“ALRIGHT!!” It’s dark, full of people, everybody`s shouting, most dressed all black so one moment you think you’re in Berghain but then you hear a shoot and everybody’s just screaming and running and you know TSP just fuckin’ started. Lukas switched from driving the RV last year to driving the whole Team with motivation this year. After a hard time due to the death of his father the race was his chance to canalize emotions and how he did that. First 10k leg with Lukas and Paul up front we basically flew out of LA and from RV traffic jams.

And then we’re standing in the blistering heat of California waiting for Pierre. Not really sure if he’s alright since he had problems with his hamstrings and we weren’t sure if he could run until the beginning of the race. So we’re standing there Noah all pumped and shit and we’re as well pumped and scared and then we finally see Pierre coming out of the tunnel and we’re all relieved and happy screaming his name and sending Noah with some good vibes on his way.

And how is it to run? You’ve to imagine you’re basically exhausted all the time but then you’re cheering for the others, eat, drink or chat and at one point you’re just dead und fall asleep but then Marco wakes you up in the middle of the night. You’ve to run and you’re like “fuck, didn’t I just run?”. Then you go out in the desert pee/take a shit, drink five red bull and you still feel like shit, but than you’re all geared up, waiting for your buddy to come out of the dark to give you the clap to go. He’s coming closer and closer and you’re like “Fuck, this guy is fast, how can I possibly hold this pace” and your whole crew is around you, screaming, shouting, clapping and you start to run. You look at your watch and you’re at 3,30 m/km. Knowing you wouldn’t be able to hold this pace for the whole race, you’re relaxing a little and then, depending on the point of the race, you’re feeling your sour legs again, see the endless road and you’re recognizing you’re on your own. But you keep on pushing through the pain cause you know your friends are counting on you, you know about all the time and energy that went into your preparation and then you can see the RV and you push and push and push, CLAP. Man down.

And that circle of absolute exhaustion, exuberant euphoria and often just complete emptiness continues through two nights and one day and then we’re through Death Valley and you’d think the worst is over but than there is this insane climb and of course I’ll get a nice big piece of it and close before you recognize this shit is never gonna end and you wanna give up and go home, shower and sleep. THEN there’s the peak and you’re seeing the valley of Sierra Nevada laying to your feeds, the long-awaited buildings of Las Vegas on the horizon. That’s when the game is starting to change: you can’t wait for your next leg anymore, you just wanna run. Run all the way into the valley, stop in front of the waiting people at the Vegas Sign and scream until your lungs collapse and all the cold beer slid down your throat.

We’re at the Vegas Sign. Screaming, dancing, holding our dear friends in our arms. The floor is soaked with beer and Champaign. One part slightly burned from bengalos. Cameras, wedding couples, tourists and Elvis everywhere. The towers and lights and noise of the city around us. The pain, the struggle and exhaustion behind us. In this moment that all doesn’t matter. It’s just us, we’re alive. We did it. Another time.

Finally!

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Berlin Marathon '17

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Berlin Marathon '17

“After the 35k mark and with only 2k to go to the cheering point, my heart rate increased a little bit, but this was not because of sore legs, this was because i knew that my girlfriend Jana was waiting there for me.” Björn Menges, finished in 2:42:15

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Hood to Coast

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Hood to Coast

“It’s always fun to run with people you don’t actually know. It makes running definitely less boring, even if you don’t feel comfortable.”Eugen Fink, feeling comfortable

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