KRAFT.Games: #geilballern bis das Ordnungsamt kommt

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KRAFT.Games: #geilballern bis das Ordnungsamt kommt

Text: Niklas Marten
Bilder: Max Menning
Video: Merlin Seifert

Es ist 10 Uhr, die letzten Vorbereitungen für die ersten KRAFT Games sind im vollen Gange, während bereits die ersten Teilnehmer eintrudeln. Nach Wochen der Hitze ist der Himmel am Morgen des 11. Augusts 2018 wolkenbehangen, von Zeit zu Zeit fallen ein paar Tropfen und es weht ein kühler Wind. Trap Beats schallen aus den riesigen Teufel-Boxen und hallen von den Plattenbauten wider, die das ABC Zentrum umgeben. Ich male ein KRAFT Zeichen  vor den Eingang des Sportplatzes, als ein aufgebrachter älterer Herr an mir vorbeistapft und mich mit leicht irrem Blick anraunzt, wer so einen “Scheiß” auf die Straße male. Ich verstehe die Frage nicht, da ich offensichtlich die Person bin, die so einen Scheiß auf die Straße malt, doch bevor ich etwas erwidern kann, ist der Mann bereits an mir vorbeigerauscht und auf direktem Wege zu unserem Gast-Artist Matuê aus Brasilien, der gerade seinen Sound Check macht. Was das für ein Lärm sei, fragt der Herr, alle würden aus ihren Betten fallen und dann folgen einige andere Aussagen, die wir lieber schnell vergessen. Quintessenz: wenn bis 15 Uhr nicht Ruhe ist, dann kommt das Ordnungsamt und am Montag, ach nein, Dienstag ein Artikel im Berliner Kurier wegen der Randale, die wir veranstalten.


Was für ein Start für die ersten offiziellen KRAFT Games… .

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Die Grundidee der KRAFT.Games hatte weniger mit Randale als vielmehr damit zu tun, die allseits bekannten Bundesjugendspiele wieder aufleben zu lassen. Für alle, die es nicht kennen: ein ewig langer Tag auf dem Sportplatz mit Sprint, Weitsprung und -wurf, an dessen Ende jemand heult, weil er keine Ehrenurkunde bekommen hat. Aber weil wir KRAFT Runners sind, ist unser Anspruch das Ganze in ein cooles Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer zu verwandeln. Also haben wir unsere klassische Kraft-Meile und ein HIT Workout in bester CrossFit Manier dazu genommen, sowie Weitwurf durch Kugelstoßen ersetzt.

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Nachdem das Bier auf der Bahn von unserem letzten Event gerade getrocknet war, hatten unsere Freunde vom ABC-Zentrum schon wieder BOCK das nächste Event mit uns zu rocken. Und so fanden sich am Samstagmorgen fast 100 Kraft Runner nach Mitte u.a. auch befreundete Crews wie Red Snakes Milano und Running Junkies aus Amsterdam, um ein buntes Bundesjugendspiel-Revival zu feiern. Los ging das patentierte Muskelkaterprogramm mit  einem 200m Sprint, wo durch die ein oder andere Zerrung schon mal aussortiert wurde.

Als der Großteil noch Tot auf dem Kunstrasen lag, hatte Coach Noah keine Gnade und peitschte die Teilnehmer weiter zum Mini-Murph. Der Crossfit-Kenner weiß, dass dieses Workout zu den härtesten zählt, die es in diesem Sport gibt, wir haben ihn etwas angepasst: 10 Burpees, 20 Liegestütz (Sit-Ups für die Ladies), 30 Squats, 100m Sprint, das ganze 2mal. In Strömen laufender Schweiß, schmerzverzerrte Gesichter und vereinzelte Schreie der Verzweiflung waren zu vernehmen, doch was für eine Freude als dieser Teil absolviert war. Wir hatten uns eine Pause verdient.

Und was darf bei einem guten KRAFT Community Event nicht fehlen? Ein buntes Rahmenprogramm aus Musik, Kultur und feinstem Streetfood natürlich. So hatten wir unsere Freunde DJ Kjell, Baris, Kim She und MRJAH, sowie als Highlight den brasilianischen Newcomer Matuê! Und so kamen sogar einige Fans extra vorbei, um ihren Star bei seinem ersten Auftritt außerhalb der Heimat zu feiern. Feinste Tape-Art, die zum Abschluss für den guten Zweck versteigert wurde, kam von unserem Spandauer Resident MR GALLE. Für bestes Banana Bread sorgte mal wieder das Cafe Kraft sowie Burger von Bunsmobile selbst gemachtes Eis von Paletas, sowie gegen die Hitze kühle Drinks von Vitaminwell und foodspring. Die Pause war mehr als sinnvoll genutzt.

Jetzt ging es an’s Kugelstoßen und Weitspringen. In zwei verschiedenen Sandgruben natürlich. Viele konnten Ihre Skills aus der Schule nochmal rausholen und einige sogar weit darüber hinaus, wie unser “Beginner gegen Gewinner”-Star Marco Prüfer, der mal eben einen der weitesten Sprünge raushaute. Es folgte der krönende Abschluss mit der Königsdisziplin: der Meile. Ungefähr nach Leistungsniveau wurden die Gruppen eingeteilt und dann bei mittlerweile praller Sonne geballert, was die müden Beine noch halten konnten. Wer nicht am Rauch der Bengalo-Fackeln erstickte, lag anschließend nur noch erschöpft auf der Bahn. Wer spätestens jetzt noch keinen Muskelkater oder Krampf hatte, hatte nicht alle Disziplinen mitgemacht.

Am Horizont geht die Sonne langsam unter, die Schatten werden länger und der Himmel färbt sich leicht rot. Glückliche Gesichter jubeln vom Siegertreppchen, Freude über den neuen Nike Turbo, Beats-Kopfhörer und das foodspring Runner’s Paket. Vor dem Podest müde, glückliche Gesichter, die letzten Hamburger verschwinden in den hungrigen Bäuchen, das kühle Bier hilft gegen den Durst. Viele helfen abzubauen, einige sind schon los, zum vorletzten Tag der EM ins Olympiastadion. Es ist 19 Uhr. Das Ordnungsamt ist nicht vorbeigekommen, ebensowenig sollte am Dienstag ein Artikel im Berliner Kurier erscheinen. Die Games waren ein voller Erfolg und wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt Running meets CrossFit meets Festival, Randale mit den KRAFT Runners oder einfach: KRAFT Games. Bis nächstes Jahr, ciao!

Sämtliche Fotos der KRAFT Games könnt ihr hier mit dem Passwort @maxmenning einsehen und ausschließlich zur privaten und nicht kommerziellen Nutzung unter der Nennung von Fotograf Max Menning (Instagram: @maxmenning) verwenden. 

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

Parental advisory:  this context might contain strong language. 

Text: Niklas Marten
Bilder: Max Menning

So how is the TSP Race? I’ll tell you how it is. We go to bed at 12PM because we had to buy food and shit and tape this RV with 1000.000.000 (no joke!) roles of tape. Best part is that our alarm goes at 2:30AM because sleep is overrated. So we get up at 2AM all super excited and pumped (NOT you’re just tired and wanna go back to bed). But our Bro’s Marco and Björn bring the RV at 3AM and we’ve to load in tons of food and luggage and 18 people and everybody’s ALREADY tired and Max Menning looks like a robot because he has GoPro’s on all of his body parts and films already like a motherfucker and yeah…that’s basically how everything starts. No glamour, just Kraft Runners on the edge.

Then the best part comes, somehow everybody and everything fits in the RV and the two support cars and everybody starts to get happy but then there’s the house key missing so the mood declines immediately because the key is not at Max’s top secret spot in the plant pot with the three scratches (burglars, please ignore this sentence) but then Lukas finds the key in the mailbox and everybody can calm the FUCK DOWN and sit in the RV and SHUT THE FUCK UP and we’re driving to the start in Santa Monica and the closer we get and the more RV’s, runners and photographers we see the  more excited we get, we start to think about our first leg: “Can I run as fast as I would like? Will I find the way and not get crushed by a car? Where is the fucking Gatorade???” We meet many of our BTG friends and Crews from last year, some run again, some had the wisdom to find another role this year.

Then everything goes really fast, just a few minutes until the start: “where is Lucas???”-“He’s there CALM DOWN”-“ALRIGHT!!” It’s dark, full of people, everybody`s shouting, most dressed all black so one moment you think you’re in Berghain but then you hear a shoot and everybody’s just screaming and running and you know TSP just fuckin’ started. Lukas switched from driving the RV last year to driving the whole Team with motivation this year. After a hard time due to the death of his father the race was his chance to canalize emotions and how he did that. First 10k leg with Lukas and Paul up front we basically flew out of LA and from RV traffic jams.

And then we’re standing in the blistering heat of California waiting for Pierre. Not really sure if he’s alright since he had problems with his hamstrings and we weren’t sure if he could run until the beginning of the race. So we’re standing there Noah all pumped and shit and we’re as well pumped and scared and then we finally see Pierre coming out of the tunnel and we’re all relieved and happy screaming his name and sending Noah with some good vibes on his way.

And how is it to run? You’ve to imagine you’re basically exhausted all the time but then you’re cheering for the others, eat, drink or chat and at one point you’re just dead und fall asleep but then Marco wakes you up in the middle of the night. You’ve to run and you’re like “fuck, didn’t I just run?”. Then you go out in the desert pee/take a shit, drink five red bull and you still feel like shit, but than you’re all geared up, waiting for your buddy to come out of the dark to give you the clap to go. He’s coming closer and closer and you’re like “Fuck, this guy is fast, how can I possibly hold this pace” and your whole crew is around you, screaming, shouting, clapping and you start to run. You look at your watch and you’re at 3,30 m/km. Knowing you wouldn’t be able to hold this pace for the whole race, you’re relaxing a little and then, depending on the point of the race, you’re feeling your sour legs again, see the endless road and you’re recognizing you’re on your own. But you keep on pushing through the pain cause you know your friends are counting on you, you know about all the time and energy that went into your preparation and then you can see the RV and you push and push and push, CLAP. Man down.

And that circle of absolute exhaustion, exuberant euphoria and often just complete emptiness continues through two nights and one day and then we’re through Death Valley and you’d think the worst is over but than there is this insane climb and of course I’ll get a nice big piece of it and close before you recognize this shit is never gonna end and you wanna give up and go home, shower and sleep. THEN there’s the peak and you’re seeing the valley of Sierra Nevada laying to your feeds, the long-awaited buildings of Las Vegas on the horizon. That’s when the game is starting to change: you can’t wait for your next leg anymore, you just wanna run. Run all the way into the valley, stop in front of the waiting people at the Vegas Sign and scream until your lungs collapse and all the cold beer slid down your throat.

We’re at the Vegas Sign. Screaming, dancing, holding our dear friends in our arms. The floor is soaked with beer and Champaign. One part slightly burned from bengalos. Cameras, wedding couples, tourists and Elvis everywhere. The towers and lights and noise of the city around us. The pain, the struggle and exhaustion behind us. In this moment that all doesn’t matter. It’s just us, we’re alive. We did it. Another time.

Finally!

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“After the 35k mark and with only 2k to go to the cheering point, my heart rate increased a little bit, but this was not because of sore legs, this was because i knew that my girlfriend Jana was waiting there for me.” Björn Menges, finished in 2:42:15

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“It’s always fun to run with people you don’t actually know. It makes running definitely less boring, even if you don’t feel comfortable.”Eugen Fink, feeling comfortable

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