Text: Steffi Platt, Jana Miksch
Bilder: Nike

Vor der Kamera zu stehen ist für viele das Normalste der Welt.
Doch so einfach wie es sich anhört, ist es meist nicht.
Steffi Platt hat es geschafft souverän auf die andere Seite zu wechseln und mit nike running ihren Weg in einem motivierenden und inspirierenden Video festzuhalten.

Als schnellste Frau der KRAFT Runners sollte ich als Motivatorin auftreten und meine Leidenschaft für meinen Lieblingssport mit der Welt teilen. Gesagt getan, doch die größte Herausforderung stand mir noch bevor: Der Videodreh!

Die ersten Vorbereitung dafür begann bereits Mitte Januar mit einem Fragenkatalog, den ich beantworten sollte. Fragen wie:

Who are you

• What's your life passion

• What struggles do you have when running and how you overcome those, what/who helped

• Did you have any injuries and what happened, how you solved it

Anfang Februar stand endlich der Drehtermin fest. Das finale Telefonat mit der Produktionsleitung hatte ich bereits hinter mit und war voller Vorfreude. Doch diese wurde schnell getrübt, denn zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits seit einigen Wochen nicht mehr richtig laufen.
Ich wusste nicht woher die Schmerzen kamen und was es war, doch es war ziemlich schmerzhaft. Ohne sportliche Belastung konnte ich die Schmerzen zwar ausblenden, doch ich merkte, dass etwas an meinem Körper nicht in Ordnung war.

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Das Shooting stand vor der Tür und für mich bedeutete das einen ganzen Tag volle Aufmerksamkeit von allen Seiten. Eine ungewohnte Situation, da ich bei ähnlichen Projekten in der Regel eher hinter den Kulissen stehe.

Morgens ging es direkt in die Maske, anschließend schlüpfte ich ins Sportdress um kurze Zeit später den ersten Pfefferminztee bei Marco im Café KRAFT, der ersten Location, zu bestellen.
Ein Team von knapp 20 Leuten tummelte sich um mich und schenkte mir jede Menge Aufmerksamkeit, denn es sollte sich ja alles um mich und meine Geschichte als Teil der KRAFT Runners und meine Rolle als schnellste Läuferin drehen. Eine Läuferin, die mit den KRAFT Jungs mithalten kann.

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my way

Im Interview erzählte ich, wie alles begann, warum Schnelligkeit schon immer eine große Rolle in meinem Leben spielte und wie ich überhaupt zum Laufen kam.

Es waren viele Fragen, viele Erinnerungen, viele Augen und viele Farben, die den ersten Drehabschnitt begleiteten - aber es war ein toller Abschnitt!

Als die Interviews im CAFE KRAFT abgedreht waren, ging es nach draußen. Es war ein frische Wintertag, weshalb Decken und Wärmekissen meine größten Freunde in den wenigen Drehpausen waren.
Doch als Sportlerin ist man so einiges gewöhnt und Kälte ist da wohl noch das geringste Übel.

Meine gute Laune und die Freude über das gesamte Projekt wurden kurze Zeit später von Schmerzen überschattet. Die ersten Laufschritte fürs Video waren schmerzhaft, doch ich versuche alles zu geben um rund zu laufen. Doch es fühlt sich alles andere als schnell und rund an.
Ich dachte mir nur “Zähne zusammen beißen”.

Doch ich musste schnell realisieren, dass es so nicht ging. Also mussten wir kurzer Hand das Konzept ändern und den Fokus von der schnellen Läuferin auf eine verletzte Läuferin legen. Ich sprach vor der Kamera von darüber, dass Verletzungen zum Leben einer Sportlerin dazugehören. Es ist nichts, wofür man sich schämen sollte, ganz im Gegenteil, es ist etwas worüber man offen und ehrlich sprechen sollte!

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Vor der Kamera ging es für mich nur noch im Gehen weiter. Nach 10 Stunden Produktion war alles im Kasten. Viel Schnittfleisch, ein Haufen Bilder in den unterschiedlichsten Situationen, ein zufriedenes Team und eine durchgefrorene Steffi, die glücklich, voller neuer Eindrücke, aber auch Schmerzen nach Hause ging und voller Spannung auf das Ergebnis und den folgenden MRT Termin entgegenblickt hat.

Die Diagnose Ermüdungsbruch im Kreuzbein.

Der MRT Termin brachte die erschreckende Diagnose: Eine ältere plus frische Fraktur macht einen Ermüdungsbruch 3. Grades (von 4). Doch auch das gehört zum Läuferleben dazu. Man muss nach vorne blicken und dem Körper die Ruhe gönnen, nach der er sich sehnt. Das hieß in meinem Fall mindestens 3 Monate Pause. Am Ende waren es sogar fast 4 Monate um anschließend wieder ganz sanft einzusteigen.

Ich musste die alltägliche Bewegung auf ein Minimum reduzieren und dabei immer wieder in meinen Körper hineinhören. Mit dem Wiedereinstieg gehörten neben wöchentlichen Laufeinheiten, die ich suggestiv gesteigert habe auch Stabi-Training um die Rumpfmuskulatur aufzubauen.

Ich arbeite immer noch weiter fleißig an meinem Comeback und freue mich bald wieder durch Berlin zu ballern!

Eure Steffi

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