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Hood2Coast Europe - BrayvKraftKollektiv

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Hood2Coast Europe - BrayvKraftKollektiv

Text: Melvin Schneider, Jana Miksch
📸 @davidkaliga, NIKE
🎥 by
@samtempleton

Vom ersten Halbmarathon zum größten Relay Race in Europe - Melvin ist innerhalb weniger Wochen zum festen Bestandteil der KRAFT Runners geworden. Warum die Orga einen Tag vorher umgeworfen wurde und warum wir über eine Kooperation mit Google Maps nachdenken, könnt ihr hier lesen!

Alles fing ganz unspektakulär an, als Marco mir am 17 April auf die Mailbox gequatscht hat: „Ey Melvin wichtige Sache, hast du vom 28.-29.06 Zeit? Ich musst innerhalb einer Stunde bescheid wissen, es geht um ein Race irgendwo im Europa.“ Natürlich habe ich zugesagt und erstmal gegoogelt, was für Läufe in Europa an diesem Wochenende stattfinden. Natürlich habe ich nichts gefunden…

Der erste Hinweis lag Ende Mai in meinem Emailpostfach. Ich war beim ersten Hood2Coast Rennen in Europa dabei. Als Läufer kennt man den Staffellauf, der in Portland von einem Berg (Hood, Nike Headquarter) zur Pazifikküste (Coast) führt. Gemeinsam mit anderen Läufern der KRAFT Runners, der Berlin Braves und dem Wayv Run Kollektiv sollte ich in den Niederlanden meine Heimatstadt Berlin representen. Gemeinsam haben wir zwei Teams aus jeweils 8 Läufern und 2 Fahrern gebildet.

Fast forward, nach knapp acht Wochen gemeinsamen Trainings-Donnerstagen kam ein Tag vor dem Abflug die Schock-Nachricht: Wegen Hitze wurde das erste von drei Legs abgesagt! Vom südlichen Ende der Niederlande sollten wir nach Zandvoort laufen, für jeden der acht Läufer waren drei Abschnitte geplant. Während in Berlin über 40 Grad angesagt wurden, hielt sich das Wetter im Norden Europas allerdings in Grenzen. An der Kürzung des Rennen konnten wir aber dennoch nicht ändern, also saßen wir am 27. Juni gemeinsam im Flieger Richtung Amsterdam.

Das BrayvKraftKollektiv

Das BrayvKraftKollektiv


Gelandet sind wir schließlich irgendwo im nirgendwo im Center Parcs in Eemhof - den Nike komplett für alle Teams gemietet hat. Mit ner Menge gutem Essen und Bier haben wir den Abend ausklingen lassen.

Freitag ging es Europe Headquarter von Nike, wo das Send Off Event stattfand. Neben zwei Autos haben wir Stifte und Tapes bekommen um unsere Wagen ordentlich zu bemalen. Mein Beileid an den Mitarbeiter, der das ganze Tape wieder abziehen und durch die Waschanlage fahren musste.
Bei Pimp my Car hätten wir zwar nicht gewonnen, aber auf die Bühne duften wir mit unseren Autos dennoch. Dort warteten Paula Radcliffe (Marathon Rekordhalterin) und Mo Farah (Doppelsieger 5 und 10K in London und Rio)auf uns. Eine einmalige Erfahrung, diese zwei Athleten einmal Live zu sehen und von Ihren Erfahrungen zu lernen.


READY, SET, GO? NO!


Mit zwei Schüssen wurde das erste Hood2Coast Rennen in Europa gestartet. Doch statt voll motiviert loszulaufen, ging es für uns erst einmal in ein Restaurant am See. Irgendwie komisch die Leute heiß zu machen und dann nochmal mit Essen vollzustopfen. Aber zu Essen sagt man nicht nein. Um 16 Uhr fiel dann endlich der offizielle Startschuss in Eindhoven. Für uns sollte es um 20:30 auf die Strecke gehen, gemeinsam mit NBRO, Track Mafia und Patta Running. Der Sinn hinter den verschiedenen Startwellen war der, dass alle Teams ungefähr gleichzeitig im Ziel kommen sollten.
Eugen und Jessica waren unsere Startläufer. Eugen natürlich ganz Standard mit Insta Story vorne weggebottet. Auf dem Weg zu den Autos die erste schlechte Nachricht, Eugen hat sich verlaufen. Anschließend lief jeder mit Handy und teilte seinen Live-Standort.


Dann der nächste Hammer, die Organisatoren hatten kurzfristig die Strecke geändert. Joey und Marco, der als nächstes laufen sollte, warteten am falschen Wechselpunkt. Kurzerhand musste Marco nochmal 5 Kilometer raushauen um an Willi zu übergeben. Innerlich dachte ich nur: „Na toll, dass wird ja großartig“.
Doch der Wechsel mit den Autos hat prima geklappt und gegen 02:30 morgens war ich endlich an der Reihe. Wie sollte es anders sein, bin ich natürlich viel zu schnell losgelaufen und nach einem Kilometer kam der erste Wendekreis. Ich habe mit einer anderen Läuferin gesucht, doch nirgends hing ein Schild. Weder Links, noch rechts oder geradeaus war irgendein anderer Läufer zu sehen. Maps hat mir angezeigt nach links zu laufen, also bin ich nach links. Doch falsch gedacht. Auf habe ich hinter mir eine andere Läuferin gehört: „falsche Richtung! Hier ist ein Schild geradeaus.“

Doch für mich war an umdrehen nicht zu denken, also habe ich Stur meinem Handy gefolgt und traf nur noch einen anderen Läufer an, der sich wohl auch etwas verirrt hatte. Am Ende kam ich doch gut am Wechsel an mit einem Kilometer weniger auf der Uhr. War wohl Kompensation dafür, dass Marco länger laufen musste. Nachdem Julian, unser letzter Läufer, fertig war, übergaben wir an das andere Auto und fuhren zum nächsten Wechselpunkt, wo wir gegen 5:30 morgens kurz schlafen konnten. 

Da es im Auto nach Schweiß stank und extrem stickig war, sind wir ziemlich schnell wieder wach gewesen. Moritz hat kurzerhand gemerkt, dass er in weniger als 30 Minuten wieder loslaufen sollte und sprang auf. Der Junge kann einfach zu jeder Tageszeit geilballern!


Gegen 9:30 kam dann mein zweiter Lauf. 10 Km davon 9 geradeaus ohne Schatten in der prallen Sonne. Die Temperatur hatte sich so früh am Morgen schon auf ca. 25 Grad aufgeheizt. Und zu allem Übel stand da plötzlich eine Baustelle - natürlich ohne Schilder. Ich lief rechts vorbei, was natürlich falsch war, also drehte ich nach knapp 500m um und lief entnervt links an der Baustelle vorbei. Es war so warm, dass es ziemlich anstrengend wurde. Mit nur einer Stunde schlaf und kaum etwas zu Essen im Magen lief ich weiter. Zum Glück hielten auf der Strecke andere Teams, die Ihr Wasser verteilten. Geschafft habe ich es dennoch und klatschte Julian ab, der den letzten Part der Strecke lief. Er hat so viel Gas gegeben, dass er sogar vor dem Team-Auto im Ziel war Knapp 35 Minuten später kam das zweite Team mit Daniel als Schlussläufer ins Ziel.

Am Strand wurden uns die Medaillen und Finisher Shirts überreicht. Gratis Essen, Bier und Massagen durften natürlich auch nicht fehlen. Bei der Siegerehrung kam dann die Überraschung, Platz 3 und 4 bei den Mixed Teams gingen an uns, dem #BrayvKraftKollektiv. Damit hatte wohl keiner wirklich gerechnet. 

Fazit: Hammer geiles Event, das Laufen und die Community haben für mich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Allerdings hätte die Organisatoren die Strecke wenigstens einmal abfahren können um zu checken, ob die Beschilderung auch sichtbar und sinnvoll für alle Läufer angebracht ist.

Ein großes Danke auch an Niko, Eugen und Marco, für die Chance bei so einem Event dabei sein zu dürfen. Auf viele weitere gemeinsame Erinnerungen!

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Steffi Platt - My Way by NIKE

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Steffi Platt - My Way by NIKE

Text: Steffi Platt, Jana Miksch
Bilder: Nike

Vor der Kamera zu stehen ist für viele das Normalste der Welt.
Doch so einfach wie es sich anhört, ist es meist nicht.
Steffi Platt hat es geschafft souverän auf die andere Seite zu wechseln und mit nike running ihren Weg in einem motivierenden und inspirierenden Video festzuhalten.

Als schnellste Frau der KRAFT Runners sollte ich als Motivatorin auftreten und meine Leidenschaft für meinen Lieblingssport mit der Welt teilen. Gesagt getan, doch die größte Herausforderung stand mir noch bevor: Der Videodreh!

Die ersten Vorbereitung dafür begann bereits Mitte Januar mit einem Fragenkatalog, den ich beantworten sollte. Fragen wie:

Who are you

• What's your life passion

• What struggles do you have when running and how you overcome those, what/who helped

• Did you have any injuries and what happened, how you solved it

Anfang Februar stand endlich der Drehtermin fest. Das finale Telefonat mit der Produktionsleitung hatte ich bereits hinter mit und war voller Vorfreude. Doch diese wurde schnell getrübt, denn zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits seit einigen Wochen nicht mehr richtig laufen.
Ich wusste nicht woher die Schmerzen kamen und was es war, doch es war ziemlich schmerzhaft. Ohne sportliche Belastung konnte ich die Schmerzen zwar ausblenden, doch ich merkte, dass etwas an meinem Körper nicht in Ordnung war.

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Das Shooting stand vor der Tür und für mich bedeutete das einen ganzen Tag volle Aufmerksamkeit von allen Seiten. Eine ungewohnte Situation, da ich bei ähnlichen Projekten in der Regel eher hinter den Kulissen stehe.

Morgens ging es direkt in die Maske, anschließend schlüpfte ich ins Sportdress um kurze Zeit später den ersten Pfefferminztee bei Marco im Café KRAFT, der ersten Location, zu bestellen.
Ein Team von knapp 20 Leuten tummelte sich um mich und schenkte mir jede Menge Aufmerksamkeit, denn es sollte sich ja alles um mich und meine Geschichte als Teil der KRAFT Runners und meine Rolle als schnellste Läuferin drehen. Eine Läuferin, die mit den KRAFT Jungs mithalten kann.

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my way

Im Interview erzählte ich, wie alles begann, warum Schnelligkeit schon immer eine große Rolle in meinem Leben spielte und wie ich überhaupt zum Laufen kam.

Es waren viele Fragen, viele Erinnerungen, viele Augen und viele Farben, die den ersten Drehabschnitt begleiteten - aber es war ein toller Abschnitt!

Als die Interviews im CAFE KRAFT abgedreht waren, ging es nach draußen. Es war ein frische Wintertag, weshalb Decken und Wärmekissen meine größten Freunde in den wenigen Drehpausen waren.
Doch als Sportlerin ist man so einiges gewöhnt und Kälte ist da wohl noch das geringste Übel.

Meine gute Laune und die Freude über das gesamte Projekt wurden kurze Zeit später von Schmerzen überschattet. Die ersten Laufschritte fürs Video waren schmerzhaft, doch ich versuche alles zu geben um rund zu laufen. Doch es fühlt sich alles andere als schnell und rund an.
Ich dachte mir nur “Zähne zusammen beißen”.

Doch ich musste schnell realisieren, dass es so nicht ging. Also mussten wir kurzer Hand das Konzept ändern und den Fokus von der schnellen Läuferin auf eine verletzte Läuferin legen. Ich sprach vor der Kamera von darüber, dass Verletzungen zum Leben einer Sportlerin dazugehören. Es ist nichts, wofür man sich schämen sollte, ganz im Gegenteil, es ist etwas worüber man offen und ehrlich sprechen sollte!

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Vor der Kamera ging es für mich nur noch im Gehen weiter. Nach 10 Stunden Produktion war alles im Kasten. Viel Schnittfleisch, ein Haufen Bilder in den unterschiedlichsten Situationen, ein zufriedenes Team und eine durchgefrorene Steffi, die glücklich, voller neuer Eindrücke, aber auch Schmerzen nach Hause ging und voller Spannung auf das Ergebnis und den folgenden MRT Termin entgegenblickt hat.

Die Diagnose Ermüdungsbruch im Kreuzbein.

Der MRT Termin brachte die erschreckende Diagnose: Eine ältere plus frische Fraktur macht einen Ermüdungsbruch 3. Grades (von 4). Doch auch das gehört zum Läuferleben dazu. Man muss nach vorne blicken und dem Körper die Ruhe gönnen, nach der er sich sehnt. Das hieß in meinem Fall mindestens 3 Monate Pause. Am Ende waren es sogar fast 4 Monate um anschließend wieder ganz sanft einzusteigen.

Ich musste die alltägliche Bewegung auf ein Minimum reduzieren und dabei immer wieder in meinen Körper hineinhören. Mit dem Wiedereinstieg gehörten neben wöchentlichen Laufeinheiten, die ich suggestiv gesteigert habe auch Stabi-Training um die Rumpfmuskulatur aufzubauen.

Ich arbeite immer noch weiter fleißig an meinem Comeback und freue mich bald wieder durch Berlin zu ballern!

Eure Steffi

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Aperol ohne Spritz, ist wie Tschechien ohne Berge

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Aperol ohne Spritz, ist wie Tschechien ohne Berge

Text: David Kaliga, Jana Miksch
Bilder: Max Menning, David Kaliga


Tschechien war für mich bisher nur Prag, Knödel & Gulasch und Bier und das alles für sehr wenig Geld. Ich glaube der Vltava Run hat das aber definitiv für mich geändert. 

Was heißt dieses unaussprechliche Wort „Vltava“ eigentlich? Ganz einfach „Moldau“. Der Vltava Run führt nämlich die ganze Zeit an der, oder in der Nähe der Moldau statt.

Fangen wir von vorne an…
Als Lukas mich vor ein paar Wochen spontan gefragt hat ob ich nicht bei diesem Lauf für die KRAFT Runners mitlaufen will, war ich positiv überrascht, weil ich ganz und gar nicht damit gerechnet habe. Habe ich mich gut auf den Lauf gut vorbereitet? Ich sage mal so, zu 80 Prozent hab ich mich meistens für Pizza entschieden. Shame on me…

Und plötzlich war der Tag da. Doch was packt man für so ein Wetter eigentlich ein? Ich hab nur die Wettervorhersage gesehen und gedacht: „Mal ist man der Baum, mal ist man der Hund“. In unserem Fall war es eher der Baum...
Regen, Regen, Regen, Kälte und Regen. Also hab ich wirklich von ganz kurz, bis ganz lang alles an Laufklamotten eingepackt, was ich hatte. Viel, hilft ja bekanntlich viel.

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FREITAG

Um 7 Uhr ging es vom Berliner Hauptbahnhof nach Prag. Vorher noch gesundes Frühstück beim Restaurant „Zur goldenen Möwe“. In Fachkreisen auch McDonalds genannt. 

Müde und zusammen mit Magda, Steffi, Nadine, Carla, Lukas, Max und Niko haben wir auf der 4 Stündigen Zugfahrt den ganzen Wagon unterhalten. 

Ich habe natürlich auch ein zweites Frühstück für alle vorbereitet. Ich sorge mich doch um meine kleinen Küken. Also hab ich erstmal feinsten Aperol Spritz ausgepackt den wir dann auch auf der gesamten Fahrt so ziemlich geleert haben, so dass wir dann auch bei Ankunft in Prag um 12 Uhr leicht einen Sitzen hatten.

In Prag angekommen sind Lukas und ich die Mietwagen holen gegangen. Beste Abholung ever! "Hallo wir sind Lukas und David und würden gern die Mietwagen abholen“ - „Hallo, hier habt ihr die Schlüssel und das sind eure Autos.“ Der Vermieter, wollte rein gar nichts von uns sehen. Keinen Perso, keinen Führerschein, rein gar nichts. Da hätte Wohl auch ein 14 jähriger kleiner Junge mit dem Namen Julius-Peter Fin aus P-Berg kommen können und hätte das Auto bekommen.

Nach der Abholung haben wir uns dann erstmal feinstes Prager Gulasch mit Knödeln gegönnt. Prag ohne Essen ist wie Aperol ohne Spritz….oder so.

Danach ging es nochmal 3 Stunden auf die Autobahn, um Richtung Startort in den Böhmerwald zu fahren, zwischendurch haben wir noch eingekauft, um direkt vorbereitet zu sein für den Lauf.

Die Nachzügler Maren, Eugen, Pierre, Niklas und Umut sind Abends dann auch noch dazugestoßen, so dass wir dann noch einen Schnaps und Abendessen zusammen genießen konnten. 



SAMSTAG

Am nächsten Tag ging es los. Für 11 Uhr war unser Start angesetzt. Beim Vltava Run startet man immer Grüppchenweise. 4 Uhr morgens starten die ganz „langsamen Teams“ und die schnelleren dann immer später, damit sich im Ziel am nächsten Tag möglichst alle Teams auf einmal Treffen. 

Unser 12er Team wurde auf 2 Vans aufgeteilt. 

Van 1: David, Eugen, Maren, Carla, Lukas und Niklas

Van 2: Nadine, Umut, Max, Steffi, Pierre, Magda und Niko.

Zuerst laufen alle Läufer aus Van 1 hintereinander, danach aus Van 2 und das immer abwechselnd bis man im Ziel ist. Ein Leg pro Läufer ist immer so ca. 10km lang und am Ende läuft jeder so ca. 30-40km.

Job und dann ging es in the middle of the middle of nowhere los. Eugen die Rakete durfte den Kick-Off machen. Das Wetter war am Anfang sogar noch ganz okay, ist aber schnell Richtung, Wind und Regen umgeschlagen. Ein bisschen Abenteuer muss ja auch dabei sein.

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Nach einigen Snacks, Kaltgetränken und vielen abgespulten Kilometern, haben alle schnell gemerkt, dass dieser Lauf kein ganz einfacher wird. 

Der Vltava Run besteht aus vielen unschönen Steigungen und auch einer guten Mischung aus Asphalt und Trail. Was passiert aber mit Waldwegen wenn sie nass werden? Genau, da wird ganz schnell Matsch draus. Ein Spaß für groß und klein. Am Ende macht das gerutscht, diesen Lauf aber auch nicht einfacher, wir haben uns aber in jedem Fall durchgebissen.

Hab ich übrigens schon erwähnt, dass alle Regeln und Beschreibungen die es bei diesem Lauf gibt in feinstem Tschechisch waren? Nicht mal Evgeny (Eugen) konnte uns da helfen. Deshalb haben wir uns auch am Anfang ein wenig Sorgen gemacht, ob wir die Wege finden und sowas. Ich muss dem Veranstalter aber ein Lob aussprechen. Zu jeder Zeit, hat man alles trotz tschechisch, kinderleicht verstanden. Die Streckenbeschilderungen waren klar und man musste immer wo man Langlaufen muss, Bei Tag und bei Nacht. 

Apropos Nacht.
Irgendwann ist die Nacht hereingebrochen. Umut war einer der letzten der bei Tageslicht laufen durfte und er war auch der erste der ordentlich den Matsch küssen durfte. Im Ziel angekommen sah sein Unterleib aus wie…..naja als wenn er im Matsch hingefallen ist. So anstrengend dieses Leg für ihn war, umso lustiger war für alle sein Anblick als er es geschafft hat. Auch für ihn. 

In der Nacht ging bei vielen die Angst umher. Viele sind noch nie Nachts gelaufen, nur mit Stirnlampe, über Stock und Stein. Ich persönlich muss aber sagen, war GEIL! Hatte auch zuerst Zweifel, aber das war echt was besonderes und ging gefühlt auch schneller vorbei also sonst. Nur ich, die Lampe und die Nacht. Sooo gut. Kurz vor meinem Nachtleg musste ich übrigens von Niklas übernehmen. Ihr dürft raten, wie er im Ziel angekommen ist. Genau! Genauso wie Umut, wenn nicht sogar noch schlimmer. Schlamm soll ja schöne Haut machen.

Nachdem unser Team mit Van 1 durch war gegen 1 Uhr Nachts, mussten wir uns unbedingt aufs Ohr hauen. Irgendwann waren wir schon ziemlich durch vom Tag. Also haben wir uns eine der vielen geöffneten Turnhallen gesucht, unsere Schlafsäcke geschnappt und uns auf dem Turnhallenboden für 4 Stunden mit vielen anderen Läufen hingehauen. Hatte was von Naturkatastrophe und Evakuierung.


SONNTAG

Am nächsten Morgen ging es dann zum nächsten letzten Leg für uns alle. Die Beine waren nach zwei Legs schon ein wenig schwer und müde. Das ganze im Auto sitzen, fördert die Regeneration der Beine natürlich nicht, aber da muss man durch. 

Schneller als man denkt, ist man dann auch schon mit seinen Legs durch. Ich Mus wirklich sagen, ich habe die ganzen Steigungen unterschätzt, die haben mich förmlich gekillt, aber man wächst ja an seinen Herausforderungen.

Nur noch Van 1 war on the Road, es ist mittlerweile Sonntag Mittag. An jedem Wechselpunkt hat Team Kraft Runners trotz der Strapazen jedes mal ordentlich Stimmung für alle Läufer gemacht und die Menschen ein wenig entertained. Leider sind viele Laufevents ja doch relativ steif. Ich glaube wir, haben eine menge positiver Vibes dort reingebracht und den Leuten gezeigt, dass es auch anders geht. Was gibt es schöneres, als von 12 untalentierten Sängern Aerosmith mit Dont wanna miss a thing vorgesungen zu bekommen? Genau! Nichts!

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Und dann war der Vltava Run auch schon fast vorbei. Niko durfte als letztes ran. Extra für uns ist auch nochmal die Sonne ein wenig rausgekommen. Das Ziel Prag war nach 380km endlich erreicht, mit viel Lärm, Lächeln und guter Laune sind wir dann mit Rauchfakeln als 24. Platz ins Ziel eingelaufen. 

Es ging nie darum, zu gewinnen oder ähnliches. DAs war ein Lauf für die Community. Um Freundschaft zu feiern und eine gute Zeit zusammen zu haben. Nichts anderes. Egal ob der eine Schneller oder Langsamer war, jeder wurde immer gleich angefeuert und das zeichnet die Kraft Runners aus. Jeder ist willkommen. Es war so gut Max Menning offiziell seinen ersten Lauf machen zu sehen, Er hätte sich sicherlich etwas einfacheres aussuchen können für das erste Mal. Aber wir wissen ja auch dass das erste Mal auch mal wehtun kann. #UNREIF. Genauso haben sich aber auch eine Carla oder Nadine super geschlagen und durchgekämpft. Alles keine Hardcore Läufer möchte ich sagen, aber dennoch mit Spaß und Freude bei der Sache. JEDER hat eine super performance abgeliefert.

Im Ziel angekommen, waren wir alle erstmal froh endlich was warmes zu essen. Für 29 Stunden nur Banenen, Riegel und Chips zu futtern macht nicht glücklich. Vor allem wenn es die ganze Zeit auch noch so nass und kühl ist. 

Alles in allem kann ich persönlich den Vltava Run für alle Laufbegeisterten nur empfehlen. Ein sehr gut organisiertes Rennen, mit viel Abenteuer und wundervoller Natur. Ich glaube ich werde nochmal für einen kurzen Urlaub zurück in den Böhmerwald kommen. Das hat das Laufen so viel angenehmer gemacht. Vielleicht schaffe ich es ja auch nochmal bei guten Wetter mitzumachen, wenn es sich nicht anfühlt als wäre man im Mai noch im Winter. Könnte sicherlich auch eine gute Experience werden. 

Ich freue mich aufs nächste Mal.
Küsschen aufs Nüssche.
Bis Spätersilie.
San Frantschüsko,
Bis Baldrian.
Ciao Kakao. 

Der David

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Vltava Run

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Vltava Run

Text: Niklas Marten, Jana Miksch
Bilder: Max Menning, David Kaliga


About

Sehr viel zur Geschichte des Vltava Runs ist nicht bekannt, da der Autor dieses Textes kein tschechisch spricht und zudem relativ faul ist, belassen wir es dabei, dass es sich hier um ein traditionsreiches Team-Relay Race handelt, welches vor allen in Tschechien bekannt ist.
Die Startplätze für 300 Teams waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Wir waren eins von zwei internationalen Teams. Gestartet wird in einer Gruppe von 9-12 Personen, wer BOCK hat sich die Regeln einmal zu Gemüte zu führen, kann das gerne hier tun. Die Strecke beträgt 360 Kilometer, Start ist im schönen Zadov im Böhmerwald und Ziel in einem Golfclub am Rande von Prag. eigentlich immer entlang der Moldau.


Strecke

Wer sich die Strecke genauer anschauen will, kann das gerne hier tun. Mit Wimpel und Leuchtstäben war der Weg sogar für die Nacht markiert, so dass man nahezu keine Karte benötigt. Es gibt 36 feste Wechselpunkte, wo Freiwillige sitzen, die die Übergabe überwachen und es Möglichkeiten zum Parken und Klos gibt. Insgesamt ist das Rennen also einwandfrei organisiert, so dass ihr mit wenig Vorbereitung eine geile Zeit haben könnt.

Die Strecke führt durch Wälder, über Berge (Mittelgebirge), entlang von Flüssen und Seen. Also eine richtig schöne, abwechslungsreiche Strecke mit wenigen Straßenpassagen, die zudem sehr wenig befahren sind. Begleitfahrzeuge und Läufer haben nahezu immer unterschiedliche Strecken zum nächsten Wechselpunkt.


Stimmung

Die Stimmung kriegt eine 1 (sehr gut), weil wir unglaublich viel Spaß hatten, obwohl so gut wie keiner Englisch sprach und der gemeine Tscheche schnell Reißaus nahm, sobald sich herausstellte, dass wir nur Englisch sprechen. Das wichtigste ist, dass ihr “Pojd, pojd, pojd!” (gespr. pud, pud, pud) könnt, was soviel wie “Go, Go, Go!” heißt und für uns zum meistgebrauchten Begriff des Wochenendes wurde. Weiterer Stimmungsmacher war der sogenannnte “Tschechische Schlussspurt”, der von vielen Läufern praktiziert wurde. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass der aktive Läufer auf den letzten 200m zu einem wilden Schlusssprint ansetzt, während der folgende Läufer sich in aller Ruhe fertig macht und bei der Übergabe der Staffelstab fallen gelassen wird. BOCK konnte man auf jeden Fall niemandem absprechen.

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Organisation

Die Organisation verdient ebenfalls eine glatte 1 (sehr gut) mit Sternchen. Erstens dafür, eine Strecke von 360 Kilometern durchgängig für Tag und Nacht zu markieren und mit Streckenposten auszustatten. Zweitens für das Erarbeiten einer Route, die nicht ausschließlich öffentliche Verkehrsstraßen nutzt, sondern kreativ über viele Trails und Fußwege führt. Drittens gibt es ungefähr auf der Mitte der Strecke eine Turnhalle, die allen Teams zugänglich ist. Wenn ihr also mit zwei Autos unterwegs seid, kann ein Auto hier mal eine Pause für 3-4 Stunden einlegen, schlafen und “mittelmäßiges Gulasch” (Eugen Fink) futtern. Wechselt euch ein paar tschechische Kronen, denn auch an nahezu jeder Wechselstation verkaufen Helfer Kaffee, Würstchen und Brot.


Empfohlene Ausrüstung

Hier unsere Liste an Nahrungsmitteln, die ihr für die knapp eineinhalb Tage braucht. Einer der wichtigsten Dinge, die unbedingt zur Standardausstattung für ein gutes Race gehören, ist natürlich Bier!

Für die persönliche Ausstattung sind Laufschuhe mit gutem Profil, im Idealfall Trailschuhe, zu empfehlen, unbedingt zwei Paare mitnehmen, eins für Trailparts und eins für die Straßenparts. Ebenfalls ist eine starke Kopflampe für nachts zu empfehlen. Was passiert, wenn ihr mit Schuhen ohne Profil und einer Kopflampe mit einem Meter Leuchtradius lauft, seht ihr hier:

Klima

Wettertechnisch gab es alles, aber hauptsächlich Regen. Am Sonntagmorgen freute sich der Autor zusätzlich über eine starke Brise, die jedem Windfreund das Herz höher schlagen gelassen hätte. Stellt euch auf widrige Bedingungen und Konditionen, die damit einhergehen ein: dauerhaft nasse Klamotten, schlammige Wege und wenig Potenzial zum gepflegten Bräunen.

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Fazit

Wer an diesem Race teilnimmt, sollte sich überlegen, warum er Relay Races läuft. Relay Races sind in den letzten Jahren immer populärer geworden und gehören fest zur Kraft Runners Kultur. 2016 liefen wir mit 6 Leuten von Berlin nach Hamburg, 2 Wochen Organisation, keine besonders aufregende Strecke, schlechtes Wetter und ein paar verpixelte Fotos. Trotzdem jede Menge Spaß und eine Stimmung, die man nur kennt, wenn man einmal 2 Tage mit seinen Freunden in einem Auto, ohne Schlaf, aber dafür jeder Menge schwitziger Klamotten verbracht hat.

Seitdem ist diese Form des Team-Races ziemlich durch die Decke gegangen, was die Teilnehmerzahlen beim legendären TSP (The Speed Project), der Ragnar Relay oder dem Hood to Coast Race zeigen. Nahezu jedes Team wird mittlerweile von einem Kamerateam + Photograph (uns eingeschlossen) begleitet und viele Runner träumen davon einmal an einem solchen Wettkampf teilzunehmen. Was mir bei dieser Jagd nach “instagramable” (Zitat unbekannt) Moments manchmal verloren geht ist das ungeplante, wilde, schmutzige, was einen dazu zwingt sich selber zu überwinden und gemeinsam mit seinem Team mit BOCK und Herz eine Herausforderung zu bezwingen.  Der Vlatava Run hat mich daran erinnert, was das Wichtige an einem Relay-Race ist, weil Instagram und Selbstdarstellung durch die äußeren Bedingungen von Vornherein zweitrangig waren. Der Vlatava Run ist für alle, die sich selbst herausfordern und mit Freunden an Ihre Grenzen gehen wollen, ehrlich and roh. Wir kommen wieder, nächstes mal TOP10!

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

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TSP4.0 - circle of exhaustion and euphoria

Parental advisory:  this context might contain strong language. 

Text: Niklas Marten, Jana Miksch
Bilder: Max Menning

So how is the TSP Race? I’ll tell you how it is. We go to bed at 12PM because we had to buy food and shit and tape this RV with 1000.000.000 (no joke!) roles of tape. Best part is that our alarm goes at 2:30AM because sleep is overrated. So we get up at 2AM all super excited and pumped (NOT you’re just tired and wanna go back to bed). But our Bro’s Marco and Björn bring the RV at 3AM and we’ve to load in tons of food and luggage and 18 people and everybody’s ALREADY tired and Max Menning looks like a robot because he has GoPro’s on all of his body parts and films already like a motherfucker and yeah…that’s basically how everything starts. No glamour, just Kraft Runners on the edge.

Then the best part comes, somehow everybody and everything fits in the RV and the two support cars and everybody starts to get happy but then there’s the house key missing so the mood declines immediately because the key is not at Max’s top secret spot in the plant pot with the three scratches (burglars, please ignore this sentence) but then Lukas finds the key in the mailbox and everybody can calm the FUCK DOWN and sit in the RV and SHUT THE FUCK UP and we’re driving to the start in Santa Monica and the closer we get and the more RV’s, runners and photographers we see the  more excited we get, we start to think about our first leg: “Can I run as fast as I would like? Will I find the way and not get crushed by a car? Where is the fucking Gatorade???” We meet many of our BTG friends and Crews from last year, some run again, some had the wisdom to find another role this year.

Then everything goes really fast, just a few minutes until the start: “where is Lucas???”-“He’s there CALM DOWN”-“ALRIGHT!!” It’s dark, full of people, everybody`s shouting, most dressed all black so one moment you think you’re in Berghain but then you hear a shoot and everybody’s just screaming and running and you know TSP just fuckin’ started. Lukas switched from driving the RV last year to driving the whole Team with motivation this year. After a hard time due to the death of his father the race was his chance to canalize emotions and how he did that. First 10k leg with Lukas and Paul up front we basically flew out of LA and from RV traffic jams.

And then we’re standing in the blistering heat of California waiting for Pierre. Not really sure if he’s alright since he had problems with his hamstrings and we weren’t sure if he could run until the beginning of the race. So we’re standing there Noah all pumped and shit and we’re as well pumped and scared and then we finally see Pierre coming out of the tunnel and we’re all relieved and happy screaming his name and sending Noah with some good vibes on his way.

And how is it to run? You’ve to imagine you’re basically exhausted all the time but then you’re cheering for the others, eat, drink or chat and at one point you’re just dead und fall asleep but then Marco wakes you up in the middle of the night. You’ve to run and you’re like “fuck, didn’t I just run?”. Then you go out in the desert pee/take a shit, drink five red bull and you still feel like shit, but than you’re all geared up, waiting for your buddy to come out of the dark to give you the clap to go. He’s coming closer and closer and you’re like “Fuck, this guy is fast, how can I possibly hold this pace” and your whole crew is around you, screaming, shouting, clapping and you start to run. You look at your watch and you’re at 3,30 m/km. Knowing you wouldn’t be able to hold this pace for the whole race, you’re relaxing a little and then, depending on the point of the race, you’re feeling your sour legs again, see the endless road and you’re recognizing you’re on your own. But you keep on pushing through the pain cause you know your friends are counting on you, you know about all the time and energy that went into your preparation and then you can see the RV and you push and push and push, CLAP. Man down.

And that circle of absolute exhaustion, exuberant euphoria and often just complete emptiness continues through two nights and one day and then we’re through Death Valley and you’d think the worst is over but than there is this insane climb and of course I’ll get a nice big piece of it and close before you recognize this shit is never gonna end and you wanna give up and go home, shower and sleep. THEN there’s the peak and you’re seeing the valley of Sierra Nevada laying to your feeds, the long-awaited buildings of Las Vegas on the horizon. That’s when the game is starting to change: you can’t wait for your next leg anymore, you just wanna run. Run all the way into the valley, stop in front of the waiting people at the Vegas Sign and scream until your lungs collapse and all the cold beer slid down your throat.

We’re at the Vegas Sign. Screaming, dancing, holding our dear friends in our arms. The floor is soaked with beer and Champaign. One part slightly burned from bengalos. Cameras, wedding couples, tourists and Elvis everywhere. The towers and lights and noise of the city around us. The pain, the struggle and exhaustion behind us. In this moment that all doesn’t matter. It’s just us, we’re alive. We did it. Another time.

Finally!

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